Gesundheit / 12.02.2021

Online-Karte zeigt Verbreitungen von Krankheiten in Deutschland

Das Wissenschaftliche Institut der AOK bietet auf einer interaktiven Webseite Infos zur regionalen Verbreitung von ausgewählten Krankheiten.

Arzt misst Blutdruck bei älterem Patienten. Bild: IMAGO / Shotshop / Monkey Business 2

Berlin (aok/iv). Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) bietet auf der interaktiven Website Informationen zur regionalen Verbreitung von 18 bedeutenden Krankheiten in Deutschland. Auf der Seite www.krankheitslage-deutschland.de lassen sich die Daten von 96 Raumordnungsregionen zur Häufigkeit von Krankheiten nach Geschlechts- und Altersgruppen abrufen.

Zu den 18 Erkrankungen gehören kardiovaskuläre Erkrankungen, psychische Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Atemwegs-Erkrankungen. Die Daten basieren auf Krankenkassen-Routinedaten und repräsentieren somit dokumentierte Behandlungshäufigkeiten.

Koronare Herzkrankheit im Osten besonders verbreitet

Die Karte zeigt deutliche regionale Unterschiede: Während in Hamburg lediglich 4,9 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner an einer koronaren Herzkrankheit leiden, ist der Anteil in Sachsen-Anhalt mit 10,2 Prozent mehr als doppelt so hoch. Grundsätzlich ist die Betroffenheit von dieser chronischen Herzkrankheit in den östlichen Bundesländern, abgesehen von Berlin, besonders hoch.

Aber auch das Saarland und Nordrhein-Westfalen weisen hohe Krankheitshäufigkeiten auf. Geringe Werte werden außer in Hamburg vor allem in Baden-Württemberg, Berlin und Bayern verzeichnet. Unter den 96 Raumordnungsregionen hat die Region München den Spitzenplatz mit nur 4,0 Prozent inne.

„Die regionalen Unterschiede der Krankheitshäufigkeiten sind auch durch demographische Faktoren erklärbar. Sie haben ihre Ursache in unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstrukturen der regionalen Bevölkerung",. so Helmut Schröder aus der WIdO-Geschäftsführung.

Zudem hänge das Auftreten von Erkrankungen auch mit krankheitsspezifischen Risikofaktoren zusammen. So sei Lungenkrebs bei Männern um mehr als 60 Prozent häufiger als bei Frauen. „Das ist angesichts eines höheren Raucheranteils unter Männern keine Überraschung“, so Schröder. Aber auch Lebensstilfaktoren wie eine ausgewogene Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung und das Vermeiden beziehungsweise der Abbau von Übergewicht gelten als Schutzfaktoren für zahlreiche der betrachteten Erkrankungen und können zu regionalen Unterschieden der Krankheitshäufigkeiten führen.

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 AOK