Rente / 29.10.2018

Ostdeutsche gehen früher in Rente

ifo-Studie: Deutlich mehr Beschäftigte in den neuen Ländern nutzen eine vorgezogene Altersrente mit oder ohne Abschläge.

Dresden (dpa). Ostdeutsche gehen nach einer Untersuchung des Dresdner Ifo-Institutes früher in Rente als Westdeutsche. Demnach nutzten im vergangenen Jahr 42 Prozent aller Neurentner im Osten die abschlagsfreie Rente mit 63; in Westdeutschland waren es nur 30 Prozent, wie das Institut am Freitag mitteilte. Bei der frühzeitigen Rente mit Abschlägen liege die Quote im Osten bei 27 Prozent und damit ebenfalls höher als im Westen (17 Prozent). Laut Ifo haben bis zur Regelaltersgrenze von derzeit 65 Jahren und sieben Monaten in den ostdeutschen Ländern nur 24 Prozent aller Neurentner gearbeitet, in Westdeutschland sind es 45 Prozent.

"Die Erklärung für den höheren Anteil bei der Rente mit 63 sind die ostspezifischen Erwerbsbiografien: In der DDR war es üblich, frühzeitig ins Erwerbsleben zu starten, so dass in Ostdeutschland ein höherer Anteil an Personen die Voraussetzungen hierfür aufweist", erklärte der Dresdner Ifo-Forscher Joachim Ragnitz. Dass zudem in Ostdeutschland auch häufiger die frühzeitigere Rente mit Abschlägen in Kauf genommen wird, habe wohl mit den höheren Rentenansprüchen der Frauen im Osten zu tun. Eine Rente mit Abschlägen könne man sich eher leisten, wenn zwei Rentner mit hohen Bezügen in einem Haushalt leben. In der DDR seien Frauen stark ins Erwerbsleben eingebunden gewesen.

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www.cesifo-group.de

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Autor

 Deutsche Presseagentur