Rente / 26.01.2021

Pandemie verstärkt Ungleichheit in der zweiten Lebenshälfte

Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen zeigt Coronavirus-Auswirkungen auf den Lebensstandard von Menschen ab 46 Jahren.

Bild zum Beitrag "Pandemie verstärkt Ungleichheit in der zweiten Lebenshälfte". Das Bild zeigt die Hand eines alten Mannes, der Münzen zählt.

Berlin (ots/sth). Rentenbezieherinnen und -bezieher mussten im Jahr 2020 sehr viel seltener Einbußen beim Haushaltseinkommen hinnehmen als Erwerbstätige und Erwerbslose. Das geht laut einer am Montag veröffentlichten Studie des Deutsche Zentrums für Altersfragen (DZA) aus einer Befragung von mehr als 4.700 Menschen zwischen 46 bis 90 Jahren im Juni/Juli 2020 hervor. Die Befragten sollten darüber Auskunft geben, wie sich ihre finanzielle Situation seit Beginn der Corona-Krise verändert hat.

Aus der Studie gehe hervor, dass unter den Erwerbstätigen insbesondere Selbstständige betroffen seien, so das DZA. Über 60 Prozent von ihnen hätten von einem verringerten Haushaltseinkommen berichtet. Personen mit bereits zuvor niedrigen Einkommen seien „deutlich häufiger von einer Verringerung ihres Einkommens betroffen als Personen mit höheren Einkommen“. Das betreffe sowohl Rentnerinnen und Rentner als auch Personen ohne Rentenbezug. „So verstärkt die Corona-Krise die Einkommensungleichheit von Menschen in der zweiten Lebenshälfte“, stellt das DZA fest.

Niedriglohnbezieher nehmen Einkommensrückgänge besonders wahr

Menschen mit niedrigen Einkommen würden nicht nur häufiger von Einkommensrückgängen berichten als Personen mit mittleren und hohen Einkommen, so das DZA – „sondern dass der Einkommensrückgang bei ihnen auch einen stärkeren Einfluss auf die Bewertung des Lebensstandards hat“. Je niedriger das Haushaltseinkommen vor der Krise gewesen sei, desto häufiger führten laut der Studie Einkommenseinbußen dazu, dass sich die Bewertung des Lebensstandards verschlechtert. „Mehr als die Hälfte der Personen mit niedrigen Einkommen, die eine Verringerung ihres Haushaltseinkommens angaben, kann den subjektiven Lebensstandard nicht aufrechterhalten“, schreibt das DZA.

Personen mit hohen Einkommen könnten Einkommenseinbußen dagegen anscheinend leichter kompensieren, heißt es in der Studie weiter. Nur ein knappes Viertel von ihnen gab an, dass sich auch ihr Lebensstandard verschlechtert habe. „Um eine (weitere) Verschärfung der Einkommensungleichheit durch die Krise abzumildern, sind neben dem Kurzarbeitergeld und Subventionen für Selbstständige weitere sozialpolitische Maßnahmen wichtig, die insbesondere auf Niedrigeinkommensgruppen zielen“, fordert das DZA. Für Menschen mit geringen Haushaltseinkommen solle zudem der Wegfall von karitativen Angeboten während der Corona-Krise, z. B. der Tafeln, „durch Alternativen aufgefangen werden“.