Finanzen / 06.11.2017

Paradise Papers: Neue alte Einblicke

Neues Datenleck enthüllt wie Superreiche und Konzerne Steuern mindern

München (mjj) Erst waren es die Panama-Papers, dann die Bahama-Liste und nun die Paradise-Papers: Wieder entwirren Journalisten weltweit ein Geflecht von Briefkastenfirmen und Steuertricks. Ausgang sind mehrere Datenlecks: Die Süddeutsche Zeitung wurden rund 13,4 Millionen Dokumente zugespielt. "Sie dokumentieren, wie manche Kunden Briefkastenfirmen benutzen, um kriminelles Verhalten zu vertuschen oder Geld aus dubiosen Quellen zu verstecken", so die Zeitung. Sie enthüllen aber auch die Steuertricks von Konzernen und Reichen.

Dabei werden Konstrukte wie Briefkastenfirmen und Trusts genutzt. Diese Praxis ist per se nicht illegal. Eine privat betriebene Offshore-Firma, die dem Staat gemeldet wird und für die Steuern bezahlt wird, ist in der Regel nicht illgeal. Auch Steuervermeidungsstrategien von Konzernen, wie das Verschieben von Gewinnen, Vermögenswerten und Gesellschaftssitzen ist nicht zwangsläufig illegal. 

Die Süddeutsche stellt aber klar: "Nur weil etwas legal ist, muss es noch lange nicht legitim oder unumstritten sein." Schließlich könne das in einem Staat gesparte Steuergeld in Krankenhäuser, Schulen und Straßen investiert werden. 

In der Vergangenheit führten ähnliche Veröffentlichungen zu breiten Diskussionen über Steuergerechtigkeit und -schlupflöcher, erhöhten den Druck auf Konzerne sich auch moralisch mit ihren Strategien auseinanderzusetzen und zu Bemühungen der EU für eine besseren Zusammenarbeit beim Steuderdatenabgleich.

Mehr Informationen

www.suedeutsche.de

Berichterstattung über die Paradise Papers

Autorenbild

Autor

Michael J. John