Finanzen / 12.07.2018

Pensionskassen: 2,8 Millionen Menschen bedroht

Bundesfinanzministerium: 45 der 137 Finanzdienstleister für die betriebliche Altersversorgung von Unternehmen oder Branchen sind betroffen.

Berlin (dpa). Finanziell angeschlagene Pensionskassen bedrohen die Altersvorsorge von Millionen Menschen. Nach Angaben der Bundesregierung haben 2,8 Millionen künftige und heutige Betriebsrentner Verträge bei Pensionskassen, mit denen die Finanzaufsicht Bafin wegen finanzieller Probleme intensive Gespräche führt. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, wie der "Tagesspiegel" (Donnerstag) berichtete.

Betroffen seien 45 der 137 Pensionskassen. Diese Kassen zahlen demnach jährlich 1,2 Milliarden Euro an Betriebsrenten und nehmen pro Jahr 2,1 Milliarden Euro an Beiträgen ein. "Die andauernde Niedrigzinsphase und der demografische Wandel stellen Pensionskassen vor große Herausforderungen", schreibt die Parlamentarische Finanzstaatssekretärin Christine Lambrecht (SPD) in ihrer Antwort. In einem Fall wurden bereits bestehende Anwartschaften gekürzt, so die Regierung demnach.

In 29 Fällen stimmte die Bafin einer Kürzung des Rentenfaktors zu. Künftig angespartes Kapital bringt dann weniger Rente. Welche Kassen betroffen sind, sagt die Regierung nicht. Die Bafin hatte bereits Anfang Mai gewarnt, das Zinstief werde für Pensionskassen zu einer ernstzunehmenden Bedrohung. Ohne zusätzliches Kapital von außen würden einige von ihnen nicht mehr ihre vollen Leistungen erbringen können.

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Autor

 Deutsche Presseagentur