Rente / 26.08.2020

Pensionskassen: Allianz zieht die Notbremse

Keine neuen Verträge mehr: Der Versicherungsriese stoppt das Neugeschäft für seine Presse-Pensionskasse.

Stuttgart (iv). Die Allianz Lebensversicherung bietet vom 1. Oktober an keine neuen Verträge für ihre Presse-Pensionskasse an. Hintergrund der Entscheidung ist das anhaltende Zinstief. Das bestätigte der Versicherer gegenüber dem Branchenportal versicherungsjournal.de. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung von den Plänen berichtet.

Keine Folgen für Bestandskunden

„Für die Bestandskunden und deren Verträge hat diese Entscheidung keine Auswirkungen“, teilte Franz Billinger, Unternehmenssprecher der Allianz Deutschland, mit. Auch die überwiegend von der Allianz getragene Presse-Versorgung, in der viele Journalisten tarifvertraglich abgesichert sind, sei nicht davon betroffen.

Die Allianz empfiehlt Unternehmen für ihre neuen Mitarbeiter eine Direktversicherung. „Die Kunden der Presse-Versorgung entscheiden sich bereits seit längerem, neue Verträge als Direktversicherung anzulegen, die bei gleichen steuerlichen Rahmenbedingungen eine deutlich attraktivere Lösung für den Aufbau einer guten, zusätzlichen Altersversorgung bietet“, erklärt Billinger.

Die Presse-Pensionskasse ist Teil der Allianz Pensionskasse (APK). Laut Bilfinger bezieht sich die Entscheidung nur auf das Neugeschäft der Presse-Pensionskasse, nicht auf die APK im Ganzen.

Pensionskassen unter Druck

Pensionskassen leiden seit Langem unter dem anhaltenden Zinstief. Aktuell befindet sich rund jede vierte Pensionskasse unter Beobachtung der Finanzaufsicht. Ende Juli war bekannt geworden, dass die Sparkassen Pensionskasse von ihren Gesellschaftern eine Finanzspritze von 280 Millionen Euro erhält.

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Autor

Boris Dunkel