Rente / 15.08.2018

Pflege erhöht nicht nur die Rente

Weil die Pflege von Angehörigen keine Lücke in die Altersvorsorge reißen soll, fließen Rentenbeiträge. Die Pflege wird aber auch als Wartezeit anerkannt.

Bad Homburg (mjj/sth). Menschen, die Angehörige pflegen, sollen bei ihrer Altersvorsorge nicht schlechter gestellt werden. Deswegen zählt die Pflegezeit unter bestimmten Voraussetzungen als Beitrags- und Wartezeit. Das erhöht die Chancen auf eine Altersrente. Die Beiträge zur Rentenversicherung übernimmt die Pflegekasse. Wartezeiten sind wichtige Voraussetzungen für verschiedene Altersrenten und können zum Beispiel hilfreich sein, wenn Pflegende früher in Rente gehen wollen.

Die häusliche Pflege steigert auch die Rente: Je nach Pflegegrad des Pflegebedürftigen und den gezahlten Pflegeleistungen (Geldleistungen, Kombinationsleistungen oder Sachleistungen) steigert ein Jahr Pflege den monatlichen Rentenanspruch derzeit in den alten Ländern zwischen 5,84 Euro (Pflegegrad 2 bei Sachleistungen) und 30,90 Euro (Pflegegrad 5 bei Geldleistungen), in den neuen Ländern zwischen 5,57 Euro (Pflegegrad 2 in den alten Ländern bei Sachleistungen) und 29,48 Euro (Pflegegrad 5 bei Geldleistungen).

Voraussetzungen

  • Der Pflegebedürftige wurde vom Medizinischen Dienst in Pflegestufe 2 eingestuft und hat Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. 
  • Der Pflegende leistet die Pflege nicht erwerbsmäßig.
  • Der Pflegende arbeitet nebenher maximal 30 Stunden pro Woche.
  • Für die Pflege benötigt der Betroffene in häuslicher Umgebung mindestens zehn Stunden pro Woche, die auf regelmäßig mindestens zwei Wochentage verteilt sein müssen und das mindestens für zwei Monate im Jahr.

Die Voraussetzungen werden von der Pflegekasse geprüft. Sind sie erfüllt, sind Pflegende automatisch versicherungspflichtig. Sie müssen dann nur den "Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen" ausfüllen.

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Autor

Stefan Thissen