Rente / 20.05.2020

Pflegekräfte: 53 Jahre Arbeit für Rente über Grundsicherung

Medienbericht: Wer in der Pflege nur den Mindestlohn erhält, hat erst nach über einem halben Jahrhundert Anspruch auf eine Rente von gut 800 Euro.

Bild zum Beitrag "Pflegekräfte: 53 Jahre Arbeit für Rente über Grundsicherung". Das Bild zeigt ein Portemonnaie mit Kleingeld

Berlin (ots/sth). Wer in der Pflege lediglich den Mindestlohn bekommt, müsste laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) bei einer 35-Stunden-Woche 53 Jahre lang arbeiten, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung von aktuell 814 Euro zu erhalten. Das geht demnach aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor.

Bei einer 30-Stunden-Woche erhöhe sich der Wert sogar auf 62 Jahre, heißt es in dem Bericht. Basis der Berechnungen sei der ab Juli gültige Mindestlohn für ungelernte Pflegekräfte von 11,60 Euro im Westen. Bei Einführung der Grundrente würde sich den Berechnungen zufolge die notwendige Arbeitsdauer von 62 auf 36 Jahre beziehungsweise von 53 auf 35 Jahre reduzieren, so das RND.

Die Linken-Pflegeexpertin Pia Zimmermann sagte dem RND, in der Pflege würden in den kommenden Jahren Hunderttausende Beschäftigte zusätzlich gebraucht. Deshalb seien gute und auskömmliche Löhne erforderlich. “Nötig sind allgemeinverbindliche Tarifverträge, aber auch Mindestlöhne, die vor Armut im Alter und vor Armut trotz Arbeit sogar in Vollzeit schützen”, forderte sie.

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Autor

Stefan Thissen