Finanzen / 12.03.2019

Pflegeversicherung: Minus 3,55 Milliarden Euro

Pflegeversicherung gibt mehr Geld für mehr Leistungsempfänger aus. Ausgaben durch Umstellung auf neue Pflegegrade sind gestiegen.

Bild zum Thema Minus in de Pflegeversicherung: Pflegerin legt einer älteren Frau den Arm um die Schulter.

Berlin (dpa). Die gesetzliche Pflegeversicherung hat im vergangenen Jahr ein Minus in Höhe von 3,55 Milliarden Euro verbucht. Das teilte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Samstag auf dpa-Anfrage mit. Die Rücklagen seien dadurch auf rund 3,4 Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Über diese Entwicklung hatte zuerst der „Tagesspiegel“ (Samstag) berichtet.

GKV erwartet weiter steigendes Minus bei Pflegeversicherung

Ein Defizit in ähnlicher Größenordnung war für 2018 bereits erwartet worden. Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung immer mehr Geld für immer mehr Leistungsempfänger ausgibt. Seit Anfang 2017 habe sich die Zahl der Leistungsberechtigten um eine halbe Million auf rund 3,4 Millionen erhöht, sagte der für die Pflege zuständige Spitzenverbands-Vorstand Gernot Kiefer dem „Tagesspiegel“.

Höhere Ausgaben sind auch mit einer Umstellung auf neue Pflegegrade verbunden, wobei der Anteil höherer Grade zunimmt. Mehr Hilfen gibt es inzwischen für Demenzkranke. Das Minus bei der Pflegeversicherung drohe in den kommenden Jahren weiter zu steigen, hatte es im Sommer 2018 vom GKV-Spitzenverband geheißen.

Reicht die Beitragserhöhung von 0,5 Prozent langfristig aus?

Kiefer sagte dem „Tagesspiegel“, ohne die Beitragserhöhung um 0,5 Prozentpunkte zu Jahresbeginn hätte man jetzt „ein erhebliches finanzielles Problem“. Dank der Beitragsanhebung bestehe die Chance, die Rücklagen wieder aufzufüllen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, die jüngste Beitragserhöhung werde die Löcher nur bis zum Ende der Legislaturiode stopfen. „Aber auch die junge und mittlere Generation will wissen, wie die Pflegeversicherung zukunftssicher gemacht werden kann“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

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 Deutsche Presseagentur