Rente / 17.05.2018

Portugal: Wenige Deutsche umgehen Rentensteuer

Bundesregierung: Zwischen 2009 und 2015 haben offenbar nur 74 Bundesbürger einen Antrag auf Sonderstatus im Rentenalter gestellt.

Berlin (sth). Wahrscheinlich nur wenige Bundesbürger nutzen eine Sonderregelung im portugiesischen Steuerrecht, um als Senioren im Land an der Atlantikküste Steuerzahlungen zu vermeiden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor (siehe Link unten). Demnach wurden von 2009 bis 2015 von deutschen Rentnerinnen und Rentnern in Portugal 74 Anträge auf Anerkennung des Sonderstatus "residente nao habitual" gestellt. Dieser Status berechtigt nach Bewilligung des Antrags zur Befreiung einer aus dem Ausland gezahlten Rente von der Steuer, wenn sie "als nicht aus Portugal bezogen gilt". Dies ist nach Angaben der Bundesregierung der Fall, wenn die Rente "weder durch eine in Portugal ansässige Stelle geleistet wird noch einer portugiesischen Betriebsstätte zurechenbar ist".

Über die Anerkennung des Sonderstatus "residente nao habitual" entscheiden der Bundesregierung zufolge die zuständigen portugiesischen Behörden. Wie viele Bundesbürger bisher einen entsprechenden Antrag gestellt haben, sei noch unklar. Das Bundesfinanzministerium habe Portugal Ende 2016 dazu um eine Auskunft gebeten, heißt es in der Regierungsantwort. Das Ersuchen sei aber "noch nicht final abgeschlossen". Die Zahl der deutschen Senioren, die sich ihre Rente nach Portugal überweisen lassen, stieg laut dem parlamentarischen Schreiben zwischen 2009 und 2016 von 1.278 schrittweise auf 1.755. 

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http://dip21.bundestag.de

Link zur Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion (im PDF-Format)

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Autor

Stefan Thissen