Rente / 02.09.2020

Presse-Pensionskasse: Bund der Versicherten greift Allianz an

Die Allianz will keine neuen Kunden mehr für die Presse-Pensionskasse. Der Bund der Versicherten sieht darin Methode und eine Gefahr für die Kunden.

Hauptsitz der Allianz Versicherungsgruppe in München.

Hamburg (iv). Der Bund der Versicherten (BdV) hat die Allianz für ihre Entscheidung scharf kritisiert, das Neugeschäft für die Presse-Pensionskasse einzustellen. „Die neue Geschäftspolitik stellt die Interessen der Versicherten hinter die der Aktionäre“, so BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein in einer Pressemitteilung.

Die Allianz gebe das Signal zum Abwickeln und zum Abverkauf der Lebensversicherung. Der Verkauf von belgischen und britischen Lebensversicherern an Run-Off-Plattformen sei ein weiteres Warnzeichnen dafür. Der Versicherungsriese wolle damit Risiken loswerden und die Aktionäre bedienen – aber zum Nachteil der Versicherten.

„Versicherte nur noch unbequemes Beiwerk“

„Wir befürchten durch die Geschäftspolitik der Allianz für Journalisteninnen und Journalisten Einbußen bei der Überschussbeteiligung, schlechteren Service und geminderte Transparenz“, erklärt Kleinlein. Das Geschäftsgebaren der Allianz beim Presseversorgungswerk sei schon jetzt „hochgradig intransparent“. Hohe Dividenden und niedrige Überschussbeteiligungen machten deutlich, dass die Aktionäre an Bedeutung gewännen. Die Versicherten dagegen seien „anscheinend nur noch unbequemes Beiwerk“.

Allianz weist Vorwürfe zurück

Der Versicherungskonzern sieht das anders. „Der Verkauf von deutschen Lebensversicherungsbeständen der Allianz steht nicht zur Diskussion“, bekräftigte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Branchenportal procontra. Die Entscheidung betreffe nur die Presse-Pensionskasse und nicht die Pensionskassen anderer Branchen. Auch das Presseversorgungswerk, über das viele Journalisten tariflich versichert sind, sei nicht betroffen.

Autor

Boris Dunkel