Finanzen / 20.04.2020

Privatvermögen auf Rekordniveau: So sorgen die Deutschen vor

Die Deutschen haben 2019 so fleißig gespart wie nie. Bevorzugte Geldanlagen sind Versicherungen und Altersvorsorge-Produkte.

Vier Einmachgläser mit Hausmodell, Sparschwein, Goldbarren und Geldmünzen.

Frankfurt/Main (dpa). Die Menschen in Deutschland haben vor dem Ausbruch der Corona-Krise in der Summe so viel auf der hohen Kante gehabt wie nie. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen summierte sich Ende des vierten Quartals 2019 auf den Rekordwert von rund 6.458 Milliarden Euro. Das war ein Anstieg um 126 Milliarden Euro oder 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war es mit 7,2 Prozent das stärkste Plus seit dem ersten Quartal 2004. Vor allem Sparfleiß und Aktiengewinne trugen zu dem Anstieg bei.

Viel Bargeld, auf das schnell zugegriffen werden kann

Im vierten Quartal 2019 setzten Sparer der Bundesbank zufolge unter anderem weiter auf Bargeld und Bankeinlagen, die zwar wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen, auf die sie aber schnell zugreifen können.

Insgesamt hatten die Privathaushalte 2.590 Milliarden Euro (3. Quartal rund 2.542 Mrd.) als Bargeld oder Bankeinlagen auf der hohen Kante. Ihre Anlagen in Sparbriefen und Spareinlagen reduzierten die Privathaushalte allerdings weiter – um 4 Milliarden auf 574 Milliarden Euro Ende 2019.

Altersvorsorge-Produkte sind beliebt

Weiterhin sehr beliebt sind Versicherungen und andere Produkte zur Altersvorsorge. Ende 2019 steckten rund 2.331 Milliarden Euro in diesen Produkten, 18 Milliarden Euro mehr als im dritten Quartal. Auch wenn die Privathaushalte mehr in Aktien und Investmentfonds investierten, ist das Gesamtvolumen weiterhin vergleichsweise gering. Ende 2019 steckten rund 703 Milliarden Euro in Aktien und sonstigen Anteilsrechten sowie 680 Milliarden Euro in Investmentfonds.

Die Deutschen sind zurückhaltend bei Aktien

Die Zahl der Aktionäre in Deutschland war trotz des Börsenbooms 2019 wieder gesunken. Knapp 9,7 Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutsche Aktieninstituts im vergangenen Jahr Anteilsscheine von Unternehmen und/oder Aktienfonds. Sowohl 2017 als auch 2018 war die Zahl der Aktionäre zum Vorjahr gestiegen. Im vergangenen Jahr dagegen kehrten unter dem Strich gut 660.000 Menschen der Börse den Rücken.

Weniger Kredite trotz Niedrigzinsen

Wie schon in der Vergangenheit nutzen die Menschen die Niedrigzinsen, um sich billig Geld zu leihen. Allerdings fiel die Neuverschuldung geringer aus als im dritten Quartal. Insgesamt lagen die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte zum Ende vergangenen Jahres bei 1.876 Milliarden Euro. Netto, nach Abzug der Schulden, stieg das Geldvermögen deutlich um 111 Milliarden auf rund 4.583 Milliarden Euro.

Wohneigentümer profitieren vom Immobilienboom

Menschen, die in den eigenen vier Wänden wohnen, profitierten vom Immobilienboom – ihr Vermögen wuchs besonders kräftig. Allerdings besitzen früheren Angaben der Bundesbank zufolge nur 44 Prozent der Privathaushalte in Deutschland Wohneigentum. In anderen Ländern ist die Quote teils deutlich höher. Die Bundesbank berücksichtigt bei der vierteljährlichen Berechnung des Geldvermögens Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – nicht jedoch Immobilien.

Weitere Informationen

www.bundesbank.de
Geldvermögen im vierten Quartal 2019

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Autor

 Deutsche Presseagentur