Rente / 31.07.2019

Psyche bleibt häufigste Ursache für Erwerbsminderungsrente

Fast 43 Prozent der 168.000 Frauen und Männer, die 2018 vorzeitig den Beruf aufgeben mussten, litten an einer psychischen Störung.

Bild zum Beitrag "Die häufigsten Ursachen von Erwerbsminderung". Das Bild zeigt eine Frau, die nach unten schaut und dabei die Finger an die Stirn legt.

Berlin/Bad Homburg (sth). Seit Jahren das gleiche Bild: Auch 2018 waren psychische Störungen mit weitem Abstand die häufigste Ursache für die Bewilligung einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Genau 71.671 Frauen und Männer mussten im vergangenen Jahr wegen Burn-out, Depressionen, einer Suchterkrankung oder einer anderen psychischen Störung vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Das waren 42,7 Prozent aller neu Erwerbsgeminderten. Deutlich dahinter rangierten Krebserkrankungen und orthopädische Krankheiten mit rund 22.400 (13,3 Prozent) bzw. mehr als 21.600 (12,9 Prozent) auf den Plätzen 2 und 3. Diese Zahlen gehen aus aktuellen statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegen.

Insbesondere bei Frauen sind psychische Störungen der Hauptgrund für eine Frührente. Mehr als 42.000 weibliche Versicherte mussten im vergangenen Jahr wegen "Kopf-Problemen" ihren Beruf an den Nagel hängen. Damit erhält fast jede zweite Frau, die neu eine Erwerbsminderungsrente zugesprochen bekommt, diese aus psychischen Gründen. Von den Männern ist zwar "nur" gut jeder Dritte wegen der Psyche vorzeitig nicht mehr arbeitsfähig. Ein erheblich größerer Teil von ihnen kann aber wegen einer Suchterkrankung nicht mehr weiter arbeiten.

Krankheiten des Nervensystems (6,9 Prozent), zerebrovaskuläre Erkrankungen (4,2 Prozent) sowie Krankheiten des Verdauungs- und des Atmungssystems (jeweils rund 3,5 Prozent) spielen als Gründe für Erwerbsminderung eine vergleichsweise kleine Rolle. Zu den zerebrovaskulären Erkrankungen zählt eine Gruppe von Erkrankungen, die die Blutgefäße des Gehirns betreffen. Insgesamt bekamen nach den Daten der Rentenversicherung im vergangenen Jahr knapp 168.000 Beschäftigte erstmals eine Erwerbsminderungsrente gezahlt – etwa 2.000 mehr als im Jahr zuvor.

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Autor

Stefan Thissen