Rente / 06.03.2019

Psyche bleibt wichtigster Grund für Frührente

43 Prozent der Beschäftigten, die 2017 wegen einer chronischen Krankheit vorzeitig in Rente gehen mussten, litten an einer seelischen Störung.

Mann sitzt Zeitung lesend auf einer Treppe im Büro. – Bild: Getty Images/Cultura RF/Zero Creatives

Bad Homburg (sth). Psychische Störungen waren im Jahr 2017 erneut die Hauptursache für die Zahlung einer Erwerbsminderungsrente. Rund 71.300 Frauen und Männer mussten – oft trotz einer vorherigen Reha-Maßnahme der Rentenversicherung – vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Das geht aus statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegen.

Demnach sank die Zahl der erstmals 2017 gezahlten Erwerbsminderungsrenten zwar gegenüber dem Vorjahr um rund 3.000; da aber die Gesamtzahl der neuen Erwerbsgeminderten im selben Jahr um mehr als 8.000 zurückging, stieg der prozentuale Anteil der Neurentner mit einer psychischen Störung um 0,2 Prozentpunkte auf 43 Prozent. 

Ebenfalls gestiegen ist die Quote der Frührentner, die wegen einer Krebserkrankung oder nervlicher Probleme den Beruf aufgeben mussten. Sie kletterte von 12,8 Prozent im Jahr 2016 auf 13,1 Prozent (Krebserkrankte) sowie von 6,5 auf 6,7 Prozent (nervlich Erkrankte). Auffällig ist, dass der Anteil der Krebspatienten mit Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente seit dem bisherigen Tiefstand im Jahr 2013 wieder um fast einen Prozentpunkt gestiegen ist.

Wieder leicht rückläufig war 2017 die Quote der neu Erwerbsgeminderten wegen einer orthopädischen Erkrankung: Sie sank von 13,1 auf 12,9 Prozent. Tatsächlich ist sie aber wegen einer statistischen Neuerfassung immer noch ähnlich niedrig wie in den Jahren zuvor, als nur noch rund 12 Prozent der Frührentner wegen muskulärer Probleme registriert wurden.  

Stabil geblieben ist den Angaben der Rentenversicherung zufolge auch der Anteil der Erwerbsminderungsrentner wegen Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Atmungserkrankungen. Er bewegt sich seit mehreren Jahren bei gut neun Prozent für Herz-Kreislauf-Patienten sowie jeweils etwa 3,5 Prozent für Stoffwechsel- und Atmungserkrankte. 

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu einer statistischen Analyse der Deutschen Rentenversicherung über die wichtigsten Gründe für sowie Daten zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente (im Zeitablauf)

Themenschwerpunkt "Erwerbsminderungsrente" auf ihre-vorsorge.de:

www.ihre-vorsorge.de

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Autor

Stefan Thissen