Gesundheit / 23.10.2020

Psyche Ursache für jede fünfte Krankschreibung

Nur der Rücken macht noch mehr Probleme, so eine Auswertung der Barmer für Bayern. Manche Branchen fallen durch besonders viele Krankmeldungen auf.

Eine Frau wendet sich von einem Mann ab. – Bild: wdv © Olaf Georg Hermann

München (dpa/lby). Fast ein Fünftel aller Fehltage bayerischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht nach einer Auswertung der Krankenkasse Barmer auf psychische Erkrankungen zurück. Besonders hoch sei der Anteil psychischer Störungen in den Branchen Erziehung und Unterricht, Sozialwesen und Heime, erläuterte Barmer-Landesgeschäftsführerin Claudia Wöhler am Donnerstag in München. Für die Auswertung hatte die Krankenkasse die Daten ihrer Versicherten aus dem vergangenen Jahr analysiert.

Vier Krankheitsarten sorgen hauptsächlich für Fehlzeiten

Generell werden Beschäftigte im Freistaat seltener und kürzer krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Während im vergangenen Jahr deutschlandweit jeder Arbeitnehmer durchschnittlich 18,2 Tage krankgeschrieben war, waren es in Bayern 16,6 Tage.

Dabei entfielen mehr als zwei Drittel aller Fehlzeiten auf nur vier Krankheitsarten:

  • Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie der klassische „Rücken“ (22,7 Prozent)
  • psychische Störungen (19 Prozent)
  • Verletzungen (13,8 Prozent) und
  • Atemwegserkrankungen (13 Prozent)

Besonders betroffene Branchen

Der Kasse zufolge gibt es Branchen mit auffallend hohen Krankenständen. Dazu zählen Heime, Post- und Kurierdienste, der Garten- und Landschaftsbau, das Sozialwesen sowie die öffentliche Verwaltung. Schaut man innerhalb der Branchen einzelne Berufsgruppen an, liegen Krankenpflegerinnen, Lasterfahrer und Kassiererinnen vorne – gefolgt von verschiedenen Erziehungs- und Lehrberufen.

„Ganz gravierend sind die Bereiche Kinderbetreuung mit durchschnittlich 23,3 Arbeitsunfähigkeitstagen, dann mit 19,4 Arbeitsunfähigkeitstagen Lehrerinnen und Lehrer der Grundschulen, mit 17,8 Tagen dann Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen“, schilderte Wöhler und betonte: „Fast ein Viertel der Fehltage von Lehrern und Erziehern basiert auf psychischen Erkrankungen.“

Autor

 Deutsche Presseagentur