Rente / 27.08.2020

Raffelhüschen warnt vor steigenden Sozialbeiträgen

Mit Steuermitteln gegen die Krise – reicht das? Nein, sagt Rentenexperte Bernd Raffelhüschen. Bürger müssten bald mehr Sozialabgaben zahlen.

Berlin (iv). Der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen rechnet mit deutlich höheren Sozialbeiträgen als Folge der Ausweitung der Corona-Hilfen. „Spätestens im Herbst nächsten Jahres kommt die Rechnung“, sagte Raffelhüschen der „Bild“-Zeitung.

Sozialabgaben klettern auf „mindestens 43 Prozent“

Derzeit fließen etwa 39 Prozent des Gehalts in die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und die Rentenversicherung. „Wenn die Leistungen der Sozialkassen auf dem Niveau bleiben sollen, auf dem sie gerade sind, werden wir Ende des nächsten Jahres mit Sicherheit bei mindestens 43 Prozent landen“, sagt Raffelhüschen voraus.

Die Große Koalition hatte sich am Dienstagabend auf weitere finanzielle Hilfen in der Corona-Krise geeinigt. Wer von Kurzarbeit betroffen ist, kann nun bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten.

Finanzminister Scholz will die höheren Ausgaben zum Teil mit Bundeszuschüssen finanzieren. Raffelhüschen geht davon aus, dass das nicht reichen wird. Der Bundeshaushalt sei „schon jetzt tief im Minus“. Die Ausgaben könnten daher nur mit steigenden Beiträgen gedeckt werden.

CDU hält an der 40-Prozent-Marke fest

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sagte im ZDF-Morgenmagazin, ihre Partei wolle weiter die Sozialabgaben unter der 40-Prozent-Marke halten. Der Bund werde die Kosten mit einem Zuschuss abdecken, „damit wir nicht durch steigende Beiträge auf der einen Seite die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber belasten“.

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Autor

Boris Dunkel