Soziales / 04.01.2018

Recht auf unbezahlten Urlaub?

Unbezahlter Urlaub ist Verhandlungssache – aber es gibt ja noch den „Sonderurlaub“

Köln (dpa/tmn). Die Tagesmutter ist krank, im Keller steht das Wasser – zur Arbeit zu gehen ist kaum möglich, der reguläre Urlaub ist aber längst verbraucht oder verplant. Habe ich jetzt ein Recht auf unbezahlten Urlaub?

Nein, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Man kann das vereinbaren – einen grundsätzlichen Anspruch darauf gibt es aber nicht.“

Sonderurlaub von Fall zu Fall unterschiedlich

Allerdings kennt das Gesetz die Möglichkeit, aus persönlichen Gründen wie einem Trauerfall Sonderurlaub zu nehmen – also „für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“, wie es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) heißt, nicht zur Arbeit zu kommen. Dabei handelt es sich nicht um unbezahlten Urlaub, Lohn gibt es weiter.

Wie lang der Sonderurlaub sein darf, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und zum Beispiel in Tarifverträgen oder einer Betriebsvereinbarung geregelt. „Meistens sind das ein oder zwei Tage, bei einem kranken Kind zum Beispiel fünf.“

Unbezahlter Urlaub ist Verhandlungssache

Jeder unbezahlte Urlaub, der darüber hinaus geht, ist Verhandlungssache – auch ein längeres Sabbatical fällt zum Beispiel darunter.

Arbeitnehmer sind hier also auf ein Entgegenkommen des Chefs angewiesen. Bewegt der sich nicht, sollten sie aber nicht einfach zu Hause bleiben. „Das ist Arbeitsverweigerung“, sagt Oberthür. „Das hat arbeitsrechtliche Konsequenzen, bis hin zur Kündigung.“

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst