Soziales / 10.10.2019

Reguläre Arbeit auf dem Vormarsch

In Deutschland waren 2018 erstmals seit über 15 Jahren mehr als 70 Prozent der Kernerwerbstätigen in einem „Normalarbeitsverhältnis“ angestellt.

Bild zum Thema Reguläre Arbeit auf dem Vormarsch: Mann und Frau im Gespräch in einem Warenlager.

Wiesbaden (dpa). Der jahrelange Boom am deutschen Arbeitsmarkt bringt immer mehr Menschen in reguläre Jobs. Erstmals seit über 15 Jahren waren 2018 mehr als 70 Prozent der Kernerwerbstätigen in einem „Normalarbeitsverhältnis“ angestellt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Darunter versteht die Wiesbadener Behörde sozialversicherungspflichtige, unbefristete Arbeitsplätze mit mindestens 21 Wochenstunden – Zeitarbeit ist ausgeschlossen.

Der Anteil der Kernerwerbstätigen mit einem regulären Job habe damit erstmals seit 2002 die Marke von 70 Prozent überschritten. Zuvor war der Anteil gesunken – der Tiefstand lag im Jahr 2007 bei 65,4 Prozent. Als kernerwerbstätig gelten Beschäftigte zwischen 15 und 64 Jahren, die keine Ausbildung oder Freiwilligendienst absolvieren.

Atypische Beschäftigung wie Zeitarbeit geht zurück

Derweil ging atypische Beschäftigung wie Zeit- und Leiharbeit oder Mini-Jobs in Deutschland zurück. Sie fiel von 22,6 Prozent 2007 auf 20,1 Prozent im vergangenen Jahr, wie es weiter hieß. Zugleich sank der Anteil der Selbstständigen von gut 11 auf 9,3 Prozent. Da die lange Zeit brummende Konjunktur mehr Menschen in Beschäftigung gebracht hat, sind weniger aus der Not heraus zu Selbstständigkeit gezwungen.

Die Zahlen sind Wasser auf die Mühlen der Gewerkschaften. Die IG Metall, die in diesen Tagen zu ihrem Ordentlichen Gewerkschaftstag in Nürnberg zusammenkommt, kämpft gegen atypische Beschäftigung. Sie hatte sich vor dem Treffen auch für mehr Tarifbindung in Unternehmen stark gemacht.

Weitere Informationen

www.destatis.de
Mitteilung des Statistischen Bundesamtes

Autor

 Deutsche Presseagentur