Rente / 10.01.2018

Rente: DGB fordert Kurswechsel

Buntenbach: Rentenniveau soll langfristig bei "bis zu 50 Prozent" liegen. Rente muss fit für die Zukunft gemacht werden.

Berlin (dgb/sth). Mit Blick auf die Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD über eine mögliche weitere große Koalition fordern die Gewerkschaften erneut einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die künftige Bundesregierung müsse in der neuen Legislaturperiode einen "Kurswechsel in der gesetzlichen Rentenversicherung" einleiten, damit auch künftige Generationen "im Alter ein Leben in Würde" führen könnten, erklärte das DGB-Vorstandsmitglied für Sozialpolitik, Annelie Buntenbach, in Berlin. Buntenbach ist auch alternierende Bundesvorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung.

Private und betriebliche Renten könnten die gesetzliche Rente "nur ergänzen, aber nicht ersetzen", sagte Buntenbach. Die Beschäftigten könnten den schon jetzt entstandenen Sicherungslücken "nicht hinterhersparen". Buntenbach forderte von der künftigen Regierungskoalition in der Sozialpolitik ein Gesamtpaket. Dieses Paket müsse ein "langfristig stabiles Rentenniveau von bis zu 50 Prozent" ebenso einschließen wie einen Sozialausgleich für Zeiten mit geringem Lohn, in Bildung oder Arbeitslosigkeit.

Union und SPD müssten dafür Sorge tragen, dass "die gesetzliche Rente fit für die Zukunft" gemacht werde, damit die Menschen im Alter und bei Erwerbsminderung wieder besser abgesichert und Altersarmut geschützt seien, erkärte Buntenbach weiter. Zudem müssten gesamtgesellschaftliche Leistungen wie die Mütterrente "durch ausreichend Steuermittel und nicht aus Beiträgen der Versicherten" finanziert werden, forderte die DGB-Rentenexpertin.  

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Autor

Stefan Thissen