Rente / 03.11.2017

Rente: Große Geschlechterlücke

DIW: Differenz der Alterseinkünfte zwischen Frauen und Männern ist in Deutschland deutlich größer als in Frankreich und Dänemark.

Berlin (sth). Die Lücke zwischen den Alterseinkünften von Frauen und Männern ist in Deutschland erheblich größer als bei unseren Nachbarn im Westen und im Norden. Laut einer jetzt veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belief sich der sogenannte Gender Pension Gap hierzulande in den Jahren 2005/2006 auf 55,2 Prozent, das heißt: "65- bis 85-jährige Männer bekommen im Durchschnitt mehr als doppelt so hohe Rentenzahlungen als Frauen gleichen Alters". In Frankreich lag das Rentengefälle der DIW-Studie zufolge in denselben Jahren bei etwas mehr als 45 Prozent, in Dänemark dagegen nur bei etwa 20 Prozent.

Auch etwa sechs Jahre später hatte sich nach Angaben der DIW-Forscher Peter Haan, Anna Hammerschmid und Carla Rowold an der "Rentenlücke" zwischen den Geschlechtern in Deutschland kaum etwas geändert. 2012 habe sie "mit 52,9 Prozent noch immer auf einem sehr hohen Niveau" gelegen, heißt es in der Studie. In Frankreich sei die Differenz bei den Ruhestandszahlungen ebenfalls nur geringfügig kleiner geworden, in Dänemark sogar etwas gewachsen.

Diese Ergebnisse seien mit denen früherer Studien vergleichbar, stellen die Autoren des Papiers fest. In Deutschland sei der Gap am höchsten, "in Dänemark bei weitem am geringsten". Als Ursache für die vergleichsweise großen Rentenunterschiede bei den Geschlechtern in Deutschland vermutet die Studie neben den unterschiedlichen Lohnhöhen ("Gender Pay Gap") vor allem den größeren Anteil von Frauen in Teilzeitjobs sowie Differenzen in den Rentensystemen. "In Deutschland und Frankreich besteht zum Beispiel insgesamt ein vergleichsweise stärkerer Bezug zwischen der gesetzlichen Rente und den Erwerbseinkünften vor Renteneintritt", heißt es in der Studie.  

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www.diw.de

Link zur Studie "Geschlechtsspezifische Renten- und Gesundheitsunterschiede in Deutschland, Frankreich und Dänemark" des DIW

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Autor

Stefan Thissen