Rente / 29.03.2018

Rente: Männer mit klarem Beitragszeiten-Plus

Bundesregierung: Unterschied zwischen den Geschlechtern hat sich im Rentenbestand seit 2000 kaum verändert – auch unter den Ländern große Differenzen.

Berlin (sth). Trotz der Anhebung der Altersgrenzen und einer deutlich stärkeren Erwerbsbeteiligung von Frauen in Westdeutschland hat sich die Zahl der Rentenbeitragsjahre von Frauen und Männern seit der Jahrtausendwende insgesamt kaum verändert. So kamen Männer, die im Jahr 2016 in Rente waren, im Laufe ihres Erwerbslebens bundesweit auf durchschnittlich 39,6 Beitragsjahre. Rentnerinnen desselben Jahres erzielten wegen ihrer öfter unterbrochenen Erwerbsbiografie im Schnitt 27,6 Beitragsjahre. Aber auch die Rentnerinnen und Rentner des Jahres 2000 hatten im Schnitt schon 39,7 Jahre (Männer) und 26,8 Jahre (Frauen) auf ihren Rentenkonten gesammelt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion zur "Entwicklung der Altersrenten in Deutschland" hervor (siehe Link unten).

Innerhalb des Bundesgebiets hat sich die Differenz bei den Beitragsjahren der Ruheständler zwischen den west- und ostdeutschen Ländern seit dem Jahr 2000 ebenfalls kaum verändert. Die meisten Versicherungszeiten sammelten den Regierungsangaben zufolge unter den Rentenbeziehern des Jahres 2016 Männer und Frauen in Sachsen (43,3 bzw. 39,1 Beitragsjahre), die wenigsten Zeiten für die Rente erwarben Männer in Hamburg (36,8 Jahre) und Frauen in Rheinland-Pfalz (22,5 Jahre). Im Jahr 2000 hatten ebenfalls schon die Ruheständler aus Sachsen bei den Beitragszeiten die Nase vorn (44,0 und 38,8 Jahre), auf die wenigsten Beitragsjahre kamen damals Rentner aus Bayern und Hamburg (je 37,7 Jahre) sowie Rentnerinnen aus dem Saarland (17,1 Jahre).

Für die kommenden Jahre geht die Bundesregierung davon aus, dass die "Entwicklung der Anwartschaften und des Renteneintrittsalters grundsätzlich den bisherigen Trends folgt". Insbesondere die zunehmende Erwerbsarbeit von Frauen in den alten Bundesländern werde sich künftig in wachsenden Rentenansprüchen niederschlagen, heißt es in dem parlamentarischen Schreiben. Abgesehen von der erwarteten weiter zunehmenden allgemeinen Lebenserwartung würden jedoch "keine maßgeblichen Veränderungen gegenüber der heutigen Situation erwartet". Entsprechende Vorausberechnungen hätten sich in der Vergangenheit als "vergleichsweise robust herausgestellt". 

Mehr zum Thema:

http://dip21.bundestag.de

Link zur Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion zur Entwicklung der Altersrenten in Deutschland (im pdf-Format) 

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Autor

Stefan Thissen