Rente / 28.09.2017

Rente: Rückenwind für neue Regierung

Beitragseinnahmen der Rentenversicherer legten gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent zu.

Berlin (sth). Die künftige Bundesregierung kann mögliche Reformen in der Alterssicherungspolitik mit Rückenwind aus der Rentenversicherung beginnen. Grund ist die weiterhin bemerkenswert gute finanzielle Lage der 16 gesetzlichen Rentenversicherer. Wie aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, wuchsen die Beitragseinnahmen der Rentenkassen zwischen August 2016 und August 2017 um 4,4 Prozent. Die Pflichtbeiträge von Beschäftigten und Arbeitnehmern legten demnach im gleichen Zeitraum um 4,25 Prozent zu. Die anhaltend gute Konjunktur führte laut Bundesagentur für Arbeit auch zu einer Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um etwa 2,5 Prozent.

Zwar schmolz das Finanzpolster der Rentenversicherung, die sogenannte Nachhaltigkeitslücke, im August wie jahreszeitlich üblich auf 29,5 Milliarden Euro oder 1,42 Monatsausgaben ab. Nach dem voraussichtlichen Jahrestiefstand im Oktober dürften die Reserven in den Rentenkassen bis zum Jahresende aber wieder um rund 2,5 Milliarden Euro auf schätzungsweise 32,0 Milliarden Euro wachsen. Das wären nach Angaben von Finanzexperten der Deutschen Rentenversicherung vom Juli dieses Jahres mehr als 1,5 Monatsausgaben – und damit mehr als gesetzlich eigentlich zulässig.

Auch das für 2018 erwartete konjunkturelle Umfeld dürfte die Sozialpolitiker der möglichen Jamaika-Koalition beruhigen. Wie Medien aus dem Umfeld der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute mit Blick auf die Herbst-Gemeinschaftsdiagnose erfuhren, könnte das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um weitere 2,0 Prozent steigen. Für das laufende Jahr hoben die Institute die Prognose demnach von 1,5 auf 1,9 Prozent an. Die Gemeinschaftsdiagnose der Institute wird an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt (siehe Link ganz unten). 

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu den aktuellen statistischen Daten der Deutschen Rentenversicherung zur Entwicklung der Rentenfinanzen

http://gemeinschaftsdiagnose.de/

Link zur Herbst-Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute

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Autor

Stefan Thissen