Rente / 01.12.2017

Rente wird zur Kapitalanlage

Zeitung: 2015 zahlten dreimal so viele freiwillig Versicherte den Höchstbeitrag wie 2010. Linke: Wohlhabende sichern sich "satte Gewinne".

Berlin (dpa). Immer mehr Wohlhabende nutzen nach einem Beitrag des "Tagesspiegels" die gesetzliche Rentenversicherung als Kapitalanlage. In der aktuellen Niedrigzinsphase sicherten sie sich mit freiwilligen Beiträgen "satte Gewinne", sagte der Linken-Fraktionsexperte Ralph Lenkert der Zeitung (Donnerstag). Regierungsangaben auf eine Anfrage der Linken zufolge haben im Jahr 2015 von den 287.359 freiwillig Rentenversicherten 5.045 Personen den Höchstbetrag von derzeit 1.187,45 Euro im Monat eingezahlt. 2010 lag die Zahl der freiwillig Versicherten mit Höchstbeitrag erst bei 1.586 Personen.

Seit 2010 können Beamte und beispielsweise Anwälte, Ärzte oder Architekten auch ohne vorherige Erfüllung einer fünfjährigen Wartezeit freiwillige Beiträge für die Rentenkasse leisten, um sich den Anspruch auf eine Regelaltersrente zu sichern. Dank hoher Rentenanpassungen verzinsen sich diese Beiträge seit Jahren besser als vergleichbar sichere Geldanlagen. Aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung sind die freiwilligen Einzahlungen fair und nicht zu beanstanden, wie ein Sprecher sagte. "Schließlich orientieren sich die späteren Renten allein an den vorher gezahlten Beiträgen." Zahle man ein Jahr lang den Höchstbeitrag, erwerbe man dafür einen monatlichen Rentenanspruch von 64 Euro.

Mehr zum Thema:

www.tagesspiegel.de

Link zum Bericht des "Tagesspiegel" zur Nutzung der freiwilligen Versicherung für Höchstbeiträge

Autor

 Deutsche Presseagentur