Rente / 17.09.2020

Renten in West und Ost unterscheiden sich noch länger

DIW-Studie: Gesetzliche Renten im Osten nähern sich den Einkünften von West-Rentnern – aber bei der Zusatzvorsorge bleiben die Differenzen groß.

Bild zum Beitrag "Renten in West und Ost unterscheiden sich noch länger". Das Bild zeigt ein gut gelauntes Rentner-Paar beim Frühstück in der Küche mit Laptop auf dem Tisch.

Berlin (sth). Die gesetzlichen Renten ostdeutscher Rentnerinnen und Rentner haben sich in den vergangenen Jahren weitgehend den Einkünften der Ruheständler in den alten Ländern angeglichen. Doch die schon heute großen Unterschiede zwischen West und Ost bei den zusätzlichen Einkünften aus betrieblicher oder privater Altersvorsorge bleiben auf absehbare Zeit bestehen. Das geht aus einer von mehreren Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, die aus Anlass des bevorstehenden 30. Jahrestags der Deutschen Einheit am Mittwoch veröffentlicht wurden.

So würden ostdeutsche Männer und noch stärker ostdeutsche Frauen inzwischen im Durchschnitt höhere Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen als westdeutschen Senioren, heißt es in der Studie. Bei anderen Einkommensarten, insbesondere bei den privaten und betrieblichen Renten sowie Vermögenseinkommen, gebe es aber bis heute "persistente", d.h. anhaltende und schwer abbaubare Unterschiede zwischen West und Ost. Dadurch bahne sich für die verfügbaren Haushaltseinkommen der Älteren "bisher keine Einheit zwischen Ost- und Westdeutschland an".

Um gleichwertige Lebensverhältnisse auch für die Senioren in den westlichen und östlichen Landesteilen zu erreichen, sei es notwendig, dass "neben einer Verbesserung der Beschäftigungssituation und der in Ostdeutschland gezahlten Löhne auch die private Altersvorsorge gestärkt wird", schreiben die Autoren der Studie. Hierzu seien Reformen bei der privaten und betrieblichen Rente notwendig. "Lücken bei der Altersvorsorge könnten langfristig durch eine geeignete Kombination aus verpflichtender privater oder betrieblicher Altersvorsorge und finanzieller Unterstützung durch den Staat geschlossen werden", schlägt das DIW vor. Auch der Vermögensaufbau, etwa durch die Förderung von Wohneigentum in Ostdeutschland, solle "stärker in den Fokus genommen werden".

Mehr zum Thema:

www.diw.de

DIW-Studie zur Ungleichheit bei Alterseinkommen in West- und Ostdeutschland (pdf

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Autor

Stefan Thissen