Rente / 23.10.2017

Rentenabschläge vorab ausgleichen

Wer früher in Rente geht, muss Abschläge in Kauf nehmen - wir zeigen, was der Ausgleich kostet.

Offenbach (sth). Wer vorzeitig in Rente geht, muss in der Regel mit Abschlägen rechnen. Von den rund 888.500 Beschäftigten, die 2015 aus Altersgründen in Rente gingen, nahmen knapp 205.000 oder 23,0 Prozent Abschläge wegen vorzeitigen Rentenbeginns in Kauf. Das geht aus statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung hervor. Im Durchschnitt bekamen die Frührentner mehr als zwei Jahre (25,5 Monate) vor dem regulären Rentenbeginn ihre erste Rente gezahlt. Dafür mussten sie im Schnitt einen monatlichen Rentenabschlag von knapp 79 Euro hinnehmen.

Trotz der im Einzelfall hohen Renteneinbußen, die mit einem vorzeitigen Rentenbeginn verbunden sind, will also immer noch rund ein Viertel der angehenden Rentner vorzeitig dem Job den Rücken kehren. Damit die fälligen Rentenabschläge aber nicht alle Wünsche für das Leben im Alter zunichte machen, kann man sich jetzt ab dem 50. Lebensjahr von der Rentenversicherung kostenlos ausrechnen lassen, was ein Vorabausgleich der Abschläge durch freiwillige Beitragszahlungen in diesem Jahr kostet. Die Tabelle unten liefert dazu einen Anhaltspunkt.

Jahrgang 1954: Rentenbeginn mit 63 kostet 9,6 Prozent Abschlag

Der Rentenversicherungsträger rechnet außerdem aus, was es kosten würde, eine damit verbundene Rentenminderung auszugleichen. Die Höhe des Beitragsaufwandes ist abhängig vom Durchschnittsverdienst im jeweiligen Jahr (2017 = vorläufig 37.103 Euro), dem Beitragssatz zur Rentenversicherung (2017 = 18,7 Prozent) und dem Prozentsatz, um den die Rente gekürzt wird (Beispiel: 9,6 Prozent Rentenminderung für Versicherte des Jahrgangs 1954, die mit dem 63. Geburtstag statt dem regulären Rentenalter von 65 Jahren und acht Monaten in Rente gehen wollen). Nach einer bestimmten Formel wird daraus der notwendige Beitrag zum Ausgleich der Rentenminderung errechnet.

Die Ausgleichszahlungen können über mehrere Jahre verteilt und als Aufwendungen für Altersvorsorge beim Finanzamt geltend gemacht werden. Entscheidet man sich später dann doch für einen regulären Rentenbeginn, würden diese Beiträge für eine höhere Rente sorgen. Wer sich individuell ausrechnen lassen möchte, in welcher Höhe Beiträge gezahlt werden können und ob sich das lohnt, kann einen kostenfreien Beratungstermin in den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung vereinbaren. Kostenfreies Telefon: 0800 1000 4800.

Erwartete Rente – zu erwartende Ausgleichskosten

Notwendige Beiträge zum Ausgleich von Rentenabschlägen im 2. Hj. 2017
Bei erwarteter Rentenhöhe von ... brutto und um ... Jahre vorgezogenem Rentenbeginn beträgt der monatliche Rentenabschlag So viel kostet es, den Abschlag zu vermeiden
500 Euro 1 Jahr (3,6 %) 18 Euro 4.175 Euro
2 Jahre (7,2 %) 36 Euro 8.674 Euro
3 Jahre (10,8 %) 54 Euro 13.536 Euro
750 Euro 1 Jahr 27 Euro 6.262 Euro
2 Jahre 54 Euro 13.010 Euro
3 Jahre 81 Euro 20.305 Euro
1.000 Euro 1 Jahr 36 Euro 8.350 Euro
2 Jahre 72 Euro 17.348 Euro
3 Jahre 108 Euro 27.072 Euro
1.250 Euro 1 Jahr 45 Euro 10.438 Euro
2 Jahre 90 Euro 21.685 Euro
3 Jahre 135 Euro 33.840 Euro
1.500 Euro 1 Jahr 54 Euro 12.526 Euro
2 Jahre 108 Euro 26.022 Euro
3 Jahre 162 Euro 40.609 Euro
1.750 Euro 1 Jahr 63 Euro 14.556 Euro
2 Jahre 126 Euro 30.241 Euro
3 Jahre 189 Euro 47.191 Euro
2.000 Euro 1 Jahr 72 Euro 16.635 Euro
2 Jahre 144 Euro 34.561 Euro
3 Jahre 216 Euro 53.933 Euro
Autorenbild

Autor

Stefan Thissen