Rente / 05.07.2019

Rentenalter: DGB warnt vor neuen Ungerechtigkeiten

Neue IAQ-Studie zeigt, dass hohe Belastungen im Arbeitsleben die Lebenserwartung negativ beeinflussen können.

Bild zum Beitrag "Rentenalter: DGB warnt vor neuen Ungerechtigkeiten". Das Bild zeigt DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach

Berlin (dpa/sth). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vor weiteren pauschalen Anhebungen des Rentenalters gewarnt. Wer dies fordere, nehme neue Ungerechtigkeiten in Kauf, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Sie verwies auf Studienergebnisse, wonach hohe Belastungen im Arbeitsleben die generell steigende Lebenserwartung negativ beeinflussen können. Dies gilt auch über die Erwerbsphase hinaus, wie eine Analyse des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen ergab.

"Damit wäre gerade für diejenigen, die in ihrem Arbeitsleben eine hohe Belastung zu verkraften hatten, ein höheres Rentenalter nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm", sagte Buntenbach. Der DGB fordert, die Rente über 2030 hinaus mit Bundesmitteln mindestens auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. Wer es gesundheitsbedingt nicht bis zum Rentenalter schafft, müsse ohne Abschläge vorher ausscheiden können. Nötig seien zudem größere Anstrengungen beim Arbeitsschutz und der Gesundheitsprävention, sagte Buntenbach.

Das Alter, in dem Menschen ohne Abschläge in Rente gehen können, wird seit 2012 schrittweise angehoben. Derzeit liegt die Regelaltersgrenze bei etwas mehr als 65 Jahren. Für Menschen, die ab 1964 geboren wurden, gilt die Rente mit 67, die sie 2031 erreichen. Hintergrund ist eine generell längere Lebenserwartung. Es gibt aber Ausnahmen, etwa für Menschen, die besonders lange Rentenbeiträge gezahlt haben.

Mehr zum Thema:

www.iaq.uni-due.de

Die Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen (im pdf-Format)

Autor

 Deutsche Presseagentur