Rente / 26.06.2018

Rentenbeitrag könnte erneut sinken

DRV Rheinland: Bei weiter steigender Beschäftigung kann der Beitragssatz ab 2019 auf 18,5 Prozent fallen.

Düsseldorf/Bad Homburg (sth). Trotz aktueller Berichte über eine mögliche Konjunkturschwächung sieht die Deutsche Rentenversicherung (DRV) derzeit keine Anzeichen für sinkende Beitragseinnahmen. Im Gegenteil: Laut den jüngsten Modellrechnungen des Schätzerkreises für die Rentenversicherung könnte der Rentenbeitrag zum 1. Januar kommenden Jahres erneut um 0,1 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent sinken. Das berichtete der Vorstandsvorsitzende der DRV Rheinland, Dietmar Meder, jetzt bei der Vertreterversammlung des rheinischen Rentenversicherers, an der auch NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) teilnahm (siehe Foto).

Grund für die günstige Perspektive sind nach Angaben Meders die Annahmen der Bundesregierung zur weiteren Entwicklung der Beschäftigtenzahlen. Es sei zu erwarten, dass die Zahl der Beitragszahler bis 2022 "weiter ansteigen wird und zwar von fast 38 Millionen Ende 2017 auf rund 39,3 Millionen Ende 2022", sagte Meder. Die Zahl der Arbeitslosen werde zudem voraussichtlich stärker sinken als bisher angenommen. "Das sind gute Aussichten für die allgemeine Rentenversicherung, insbesondere natürlich hinsichtlich der Einnahmen aus Pflichtbeiträgen", erklärte der Vorstandsvorsitzende, der im Vorstand der DRV Rheinland die Arbeitgeberseite vertritt. Eine Anhebung des Beitragssatzes werde nach aktueller Einschätzung erst ab Januar 2023 nötig.

"Heil legt beachtliches Tempo vor"

In welchem Umfang die Prognosen zur Einnahmen- und Beitragsentwicklung später korrigiert werden müssen, hänge auch von der Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten weiteren Reformen ab, sagte Meder weiter. Dabei lege Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) ein "beachtliches Tempo" vor. In den kommenden Jahren wolle Heil zwei Rentenpakete und ein umfassendes Rentenkonzept für die Zukunft auf den Weg bringe – "als wollte er seine Vorgängerin Andrea Nahles noch übertrumpfen", so Meder. Besonders interessant sei mit Blick auf die Reformen die Frage, "wer die geplanten Zusatzleistungen finanzieren soll". Meder äußerte die Hoffnung, dass die von Heil selbst ins Spiel gebrachten zusätzlichen Steuermittel für die Rentenversicherung tatsächlich von der Bundesregierung bewilligt werden.

Auf eine bedenkliche Entwicklung machte der Vorsitzende der Geschäftsführung der DRV Rheinland, Heinz Krumnack, die insgesamt 30 Vertreter von Versicherten- und Arbeitgeberseite aufmerksam: Die Zahl der Erwerbsminderungsrentenbezieher ist seit 2010 um knapp 15 Prozent gestiegen. Vor allem die Zahl der Renten wegen psychischer Erkrankungen habe sich "spürbar erhöht", so Krumnack. Deshalb habe sich die DRV Rheinland im Rahmen des Förderprojekts ‘RehaPro‘ das Ziel gesetzt, "insbesondere den durch psychische Erkrankungen bedingten Erwerbsminderungsrenten durch frühzeitigere, nachhaltigere und aktivere Intervention zu begegnen". 

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zur Rede des Vorstandsvorsitzenden der DRV Rheinland, Dietmar Meder, vor der Vertreterversammlung 

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zur Rede des Vorsitzenden der Geschäftsführung der DRV Rheinland, Heinz Krumnack, vor der Vertreterversammlung

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Autor

Stefan Thissen