Rente / 13.07.2022

Rentenberater warnen vor „Panikmache“ bei der Rente

Verband wendet sich gegen düstere Prognose der Bundesbank. Aber für eine gute Zukunft der Rente sind mehr beitragspflichtige Jobs nötig.

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München (). Der Bundesverband der Rentenberater hat davor gewarnt, die gesetzliche Rentenversicherung schlecht zu reden. „Schon vor 20 bis 30 Jahren wurde der nahe Exitus unseres Rentensystems prophezeit. Hier lohnt mal ein Blick darauf, wie viele von den Vorhersagen eingetreten sind“, sagte Thomas Neumann, Präsident des Rentenberaterverbands. Neumann wandte sich damit gegen Berichte, in denen vom „Renten-Horror“ oder einer „kaputten Rente“ die Rede ist.

Auslöser war der jüngste Monatsbericht der Bundesbank. Darin hatte die Bundesbank darauf hingewiesen, dass die Rentenkasse in Zukunft erheblich unter Druck geraten werde, weil die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gingen, gleichzeitig aber nicht genug Beitragszahler nachrückten. Die Beiträge für die Rentenversicherung würden deshalb in die Höhe schießen, und noch höhere Zuschüsse des Bundes für die Rentenkasse seien notwendig. Die Bundesbank plädiert daher seit Jahren dafür, das reguläre Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Damit würde die Rente mit 69 bald näher rücken.

Steuerzuschüsse für die Rente im Vergleich zu Bundesausgaben rückläufig

Die Rentenberater sprachen sich gegen „Panikmache“ aus. Richtig sei, dass der Steuerzuschuss in absoluten Zahlen gestiegen ist. Gemessen an den Ausgaben des Bundes sei der Zuschuss im Jahr 2020 aber sogar rückläufig gewesen verglichen mit dem Jahr 2000, sagte Verbandspräsident Neumann. Auch manche Aussagen zu den Beitragssätzen hält er für übertrieben. Wichtig sei auf jeden Fall, „mehr Menschen in beitragspflichtige Jobs zu bekommen. Und zwar mit Löhnen und Gehältern, die eine auskömmliche Rente erwirtschaften“.

Notwendig sei, „den Arbeitsmarkt noch attraktiver zu machen und international Arbeitskräfte zu rekrutieren“, sagte Neumann. Dies hätte „ebenfalls positiven Einfluss auf die Zukunft der Rente“. Neumann wies auch darauf hin, dass die Rentensteigerungen in Deutschland von der Entwicklung der Löhne und Gehälter abhingen. Damit sei die gesetzliche Rente „automatisch besser gegen Inflation gewappnet als andere Vorsorgeformen“.

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Autor

Thomas Öchsner