Rente / 25.11.2021

Rentenbericht: Deutliches Renten-Plus 2022

Nach Regierungsangaben könnten die Renten um 5,95 Prozent in den neuen und 5,18 Prozent in den alten Bundesländern steigen.

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Berlin (bun/sth). Rentnerinnen und Rentner können im kommenden Jahr mit einer deutlichen Rentenerhöhung rechnen, nachdem sie in diesem Jahr eine Nullrunde hinnehmen mussten. Die aktuellen Modellrechnungen zeigen: 2022 könnten die Renten um 5,95 Prozent in den neuen und 5,18 Prozent in den alten Bundesländern steigen. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht 2021 der Bundesregierung hervor, den das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Die endgültigen Werte für die Berechnung der Rentenerhöhung liegen allerdings erst im Frühjahr 2022 vor, wenn die Daten über die Lohnentwicklung verfügbar sind.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bleibt dem Bericht zufolge bis 2023 stabil bei 18,6 Prozent. Im Jahr 2030 wird er laut den aktuellen Berechnungen des Schätzerkreises für die Rentenversicherung 21,2 Prozent betragen und im Jahr 2035 bei 22,4 Prozent liegen. Das Rentenniveau liegt demnach derzeit bei 49,4 Prozent. Laut Regierungsbericht steigt es in den nächsten Jahren zunächst an. Bis zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2035 werde es jedoch auf 45,8 Prozent sinken. Das Rentenniveau bezeichnet die Nettorente eines Beschäftigten nach 45 Beitragsjahren mit immer durchschnittlichem Verdienst im Verhältnis zu seinem früheren Nettoverdienst.

Aktueller Rentenwert Ost nähert sich dem West-Wert weiter an

Das Rentenniveau im Osten Deutschlands nähert sich nach Angaben des Rentenversicherungsberichts dem Westniveau weiter an. Zum 1. Juli 2022 steigt der sogenannte aktuelle Rentenwert in Ostdeutschland von derzeit 97,9 Prozent auf 98,6 Prozent des Westwertes. Ab dem 1. Juli 2024 hat der Rentenwert Ost die gleiche Höhe wie im Westen. Allerdings ist eine Vergleichsprüfung vorgesehen: Die Rentenangleichung folgt der tatsächlichen Lohnentwicklung in Ostdeutschland, wenn die Rentenanpassung dadurch höher ausfällt als nach den gesetzlich festgelegten Angleichungsschritten vorgesehen. Der aktuelle Rentenwert beschreibt die monatliche Rente eines Durchschnittsverdieners nach einem Jahr Zahlung von Rentenbeiträgen.

Das Kabinett beschloss außerdem den Lagebericht der Bundesregierung über die Alterssicherung der Landwirte (AdL) 2021. Der Bericht wird von der Bundesregierung alle vier Jahre zum 31. Dezember erstellt und informiert über die Entwicklung der Zahl der Versicherten, der Höhe der Leistungen und ihre Finanzierung in den vergangenen fünf Jahren. Außerdem werden Ergebnisse von Modellrechnungen zur Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben in den künftigen zehn Kalender-Jahren vorgestellt. "Der Bericht zeigt: In den nächsten zehn Jahren wird die Zahl der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler weiter sinken", heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung.

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Autor

Stefan Thissen