Rente / 16.06.2020

Renteneintrittsalter steigt – wegen Mütterrente II

Seit 2019 bekommen Mütter vor 1992 geborener Kinder je 2,5 Entgeltpunkte pro Kind für die Rente angerechnet. Das nützt auch älteren Frauen.

Bild zum Beitrag "Renteneintrittsalter steigt – wegen Mütterrente". Das Bild zeigt das Logo der Deutschen Rentenversicherung.

Berlin (dpa/sth). Das Alter, in dem Versicherte durchschnittlich ihre Altersrente erhalten, ist von 2018 auf 2019 von rund 64,1 auf rund 64,3 Jahre gestiegen. Wie die Deutsche Rentenversicherung am Montag in Berlin mitteilte, gab es bei Frauen eine spürbare Zunahme von 64,1 auf 64,5 Jahre. "Hauptgrund hierfür ist die Mütterrente II, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Das durchschnittliche Zugangsalter der Frauen, die durch die zusätzliche Anerkennung von Kindererziehungszeiten erstmalig einen Anspruch auf eine Altersrente haben, ist überdurchschnittlich hoch", so ein Sprecher der Rentenversicherung. Bei den Männern sei das Renteneintrittsalter im Vergleich zu 2018 konstant bei rund 64,0 Jahren geblieben.

Durch die seit dem vergangenen Jahr geltende Neuregelung bekommen Mütter von Kindern, die vor 1992 geboren wurden, jetzt je Kind 2,5 Entgeltpunkte (= Beitragsjahre nach Durchschnittsverdienst) für die Rente angerechnet – zuvor waren es nur zwei Entgeltpunkte. Dadurch reicht die Erziehung von zwei Kindern bereits aus, um einen Rentenanspruch zu haben. Für einen Rentenanspruch sind mindestens fünf Beitragsjahre erforderlich. Die Rentenversicherung sieht die Finanzierung der Mütterrente als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie sollte deswegen aus Steuermitteln und nicht aus Beiträgen finanziert werden, so ihre Argumentation.

Auf lange Sicht gab es einen deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Renteneintrittsalters. Von 2000 bis 2019 ist es um zwei Jahre gestiegen. "Grund für den langfristigen Anstieg des Renteneintrittsalters sind insbesondere die Anhebung der Altersgrenzen und das Auslaufen von zwei vorgezogenen Altersrentenarten", macht die Rentenversicherung deutlich. Die vorgezogenen Altersrentenarten konnten in der Vergangenheit teilweise schon mit 60 Jahren in Anspruch genommen werden, wie bei der Altersrente für Frauen oder bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit.

Mehr zum Thema:

www.sozialpolitik-aktuell.de/

Infografik des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen zur Entwicklung des Renteneintrittsalters (pdf)

Autor

 Deutsche Presseagentur