Rente / 22.11.2017

Rentenfinanzen "im Zwischenhoch"

Bundesbank: Lage könnte sich 2018 nochmals etwas verbessern – aber langfristig steigt der Druck.

Frankfurt (sth). Die Finanzen der Rentenversicherung befinden sich "derzeit in einem Zwischenhoch". Aufgrund der erwarteten sehr guten Entwicklung am Arbeitsmarkt und der aktuell nur langsam steigenden Zahl der ausgezahlten Renten könne sich die Finanzlage "im kommenden Jahr sogar nochmals etwas verbessern", schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Auf längere Sicht werde wegen der demografisch bedingt steigenden Rentnerzahl und der zunehmenden Lebenserwartung der Druck auf die Rentenfinanzen aber zunehmen (siehe auch Link unten).

Die Bundesbank unterstreicht die in der Vorwoche von der Deutschen Rentenversicherung vorgelegte Prognose zur weiteren Einnahmenentwicklung der Rentenkassen. Demnach würde die gesetzlich auf 1,5 Monatsausgaben begrenzte zulässige Rücklage bei gleichbleibendem Beitragssatz auch Ende 2018 "spürbar überschritten". Die gesetzlichen Regelungen sähen für diesen Fall eine Beitragssenkung vor, heißt es in dem Bericht. Damit könnten einerseits Beschäftigte und Unternehmen entlastet werden, andererseits würden die 21 Millionen Rentner aufgrund der Rentenformel im Folgejahr "in Form einer etwas höheren Rentenanpassung" profitieren.

Trotz der guten Kassenlage in der Rentenversicherung warnen die deutschen Währungshüter vor neuen Leistungsausweitungen. In diesem Fall würde der "ausgabenseitige Druck auf die Rentenfinanzen zusätzlich steigen", schreibt die Bundesbank. Damit würde der ohnehin wegen der demografischen Entwicklung wachsende "Anpassungsbedarf" bei den Rentenversicherern noch weiter verstärkt. Für das laufende Jahr rechnet die Rentenversicherung mit gleich hohen Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 293 Milliarden Euro.   

Mehr zum Thema:

www.bundesbank.de/

Link zum aktuellen Monatsbericht der Deutschen Rentenversicherung (hier: S. 63-64 – im pdf-Format)

www.deutsche-rentenversicherung.de/

Link zu den Folien eines Vortrags des Bundesvorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Buntenbach, über deren finanzielle Situation am 14.11.2017 (im pdf-Format)