Rente / 26.10.2022

Rentenhöhe: Auch auf die Beitragsjahre kommt es an

Neurentner mit weniger als 30 Versicherungsjahren bekamen 2021 im Schnitt 455 Euro Rente, mit mehr als 45 Jahren fast 1600 Euro.

Frau öffnet eine rote Geldbörse.

Berlin/Frankfurt (sth). Die Höhe einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung hängt neben dem im Erwerbsleben jährlich erzielten Verdienst auch entscheidend von der zurückgelegten Versicherungszeit ab. So bekamen Beschäftigte, die 2021 mit weniger als 30 Versicherungsjahren in Rente gingen – neben Jahren mit gezahlten Beiträgen zählen auch sogenannte beitragsfreie Zeiten wie etwa Schul- oder Zurechnungszeiten dazu –  im Durchschnitt eine Bruttorente von 455 Euro. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit mehr als 45 Jahren auf dem Rentenkonto kamen dagegen im Schnitt auf eine Rente von knapp 1600 Euro. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. 

Noch etwas höher waren den Regierungsangaben zufolge die Altersrenten von Frauen und Männern, die bereits vor Jahren in Rente gegangen sind. Ihre gesetzlichen Rentenbezüge schwankten 2021 demnach zwischen etwa 480 Euro nach weniger als 30 Versicherungsjahren und fast 1640 Euro nach mehr als 45 Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass diese Renten bei ihrer ersten Zahlung noch auf einem etwas höheren Rentenniveau basierten. Seit Juli 2022 liegt das Rentenniveau nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums bei 48,1 Prozent, im Jahr 2002 betrug es noch 52,9 Prozent.

Durchschnittlich steigende Zahl von Versicherungsjahren

Auffällig ist laut dem Regierungsschreiben die in den vergangenen beiden Jahrzehnten im Durchschnitt stark gestiegene Zahl von Versicherungsjahren, die Beschäftigte vor dem Renteneintritt zurückgelegt haben. So konnten Neurentnerinnen und -rentner, die im Jahr 2000 ihre erste Rente überwiesen bekamen und aufgrund von weniger als 35 Versicherungsjahren Anspruch auf die sogenannte Regelaltersrente hatten, im Schnitt knapp 18 Jahre auf ihrem Rentenkonto vorweisen. Wer im vergangenen Jahr dagegen über die Regelaltersrente in den Ruhestand trat, hatte durchschnittlich bereits mehr als 29 Versicherungsjahre gesammelt. 

Beschäftigte, die während des größeren Teils ihrer Erwerbslebens berufstätig waren, erwarben allerdings im Schnitt deutlich mehr Versicherungsjahre für die Rente. Langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren hatten vor ihrem Rentenbeginn im Jahr 2021 im Schnitt fast 43 Jahre auf dem Rentenkonto, besonders langjährig Versicherte mit über 45 Beitragsjahren waren durchschnittlich sogar 47 Jahre lang im Job. Das macht sich auch finanziell bemerkbar: Nach 35 bis 40 Jahren kamen Neurentnerinnen und -rentner des Jahres 2021 im Schnitt bereits auf 940 Euro Bruttorente, nach 45 Jahren sogar auf annähernd 1600 Euro – siehe oben.

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Autor

Stefan Thissen