Rente / 05.06.2018

Rentenkommission tagt erstmals

Am morgigen Mittwoch nimmt die Rentenkommission ihre Arbeit auf – Konzept für Rentensystem nach 2025

Berlin (dpa/sth/kma). An diesem Mittwoch nimmt eine Rentenkommission der Bundesregierung ihre Arbeit auf. Das zehnköpfige Gremium aus Politikern, Wissenschaftlern und den beiden alternierenden Bundesvorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung, Annelie Buntenbach (DGB) und Alexander Gunkel (BDA), soll bis 2020 Vorschläge machen, wie das Rentensystem in der Zeit nach 2025 gesichert werden kann. Bundessozialminister Hubertus Heil will die Vorschläge noch in dieser Legislaturperiode gesetzlich umsetzen. In den kommenden Jahren geht die Generation der Babyboomer schrittweise in Rente, zugleich werden die Menschen immer älter. Es dürfte also deutlich weniger Beitragszahler, aber mehr Rentner und längere Rentenbezugszeiten geben.

"Doppelte Haltelinie" erarbeiten

Laut Koalitionsvertrag soll sich die Rentenkommission "mit den Herausforderungen der nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung und der beiden weiteren Rentensäulen ab dem Jahr 2025 befassen". Und sie soll eine Empfehlung für einen verlässlichen Generationenvertrag abgeben und eine langfristig haltbare "doppelte Haltelinie" aufzeigen: ein Mindestrentenniveau (gesetzlich sind derzeit mindestens 43 Prozent bis zum Jahr 2030 festgeschrieben) und eine Höchstgrenze bei den Rentenbeiträgen (derzeit auf höchstens 22 Prozent bis zum Jahr 2030 begrenzt).

Zehn Mitglieder aus Politik und Wissenschaft

Der Kommission mit dem Titel "Verlässlicher Generationenvertrag" gehören folgende Mitglieder an:

  • Gabriele Lösekrug-Möller (Leitung, war von 2013 bis 2018 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
  • Karl Schiewerling (Leitung, war von 2009 bis 2017 Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Arbeit und Soziales" der CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
  • Annelie Buntenbach (Vorstandsmitglied des DGB für Sozialpolitik, seit 2006 für die Gruppe der Versicherten alternierende Vorsitzende des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung)
  • Alexander Gunkel (Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), seit 2005 ist er für die Gruppe der Arbeitgeber alternierender Vorsitzender des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung)
  • Katja Mast (verantwortet als stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende unter anderem die Bereiche Arbeit und Soziales)
  • Hermann Gröhe (seit 2018 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und dort unter anderem zuständig für die Bereiche Arbeit und Soziales)
  • Stephan Stracke (seit 2014 stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und deren arbeits- und sozialpolitischer Sprecher)
  • Professor Axel Börsch-Supan (Direktor des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) des Max-Plank-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik sowie ordentlicher Professor an der Technischen Universität München und Research Associate des National Bureau of Economic Research (NBER) in Cambridge (Massachusettes)
  • Professorin Simone Scherger (lehrt Soziologie mit Schwerpunkt Lebenslauforientierte Sozialpolitik an der Universität Bremen beim SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik)
  • Professor Gert G. Wagner (Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung, lange Jahre für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Projektleiter und im Vorstand)

An den Sitzungen der Kommission teilnehmen werden außerdem die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, und Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im BMAS.

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Katja Mathes