Rente / 30.08.2018

Rentenpaket erntet Kritik und Lob

Wirtschafts- und Sozialverbände äußern sich unzufrieden über geplante Reformen, der DGB stellt sich hinter den Regierungsentwurf.

Berlin (dpa/sth). Die Einigung der großen Koalition zu Verbesserungen bei der Rente erntet Kritik, findet aber auch Zustimmung. "Das Rentenpaket ist unfair, denn es wird auf die geburtenschwachen Jahrgänge unserer Kinder und Enkelkinder als milliardenschwerer Kostenbumerang zurückkommen", teilte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer am Mittwoch mit. "Die ältere Generation sichert sich auf Kosten der jüngeren Generation bei steigender Lebenserwartung einen immer größer werdenden Zeitanteil, der nichts zur Leistungserbringung beiträgt." Der Zentralverband des Deutschen Handwerks warnte, die Maßnahmen bedeuteten milliardenschwere Zusatzbelastungen für die Beitragszahler.

Der Sozialverband VdK dagegen lobte: "Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen im Rentenpaket sind Schritte in die richtige Richtung. Jetzt brauchen wir weitere Verbesserungen, unter anderem für Menschen, die bereits jetzt Erwerbsminderungsrente erhalten." Die geplante Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2025 sei aber nicht ausreichend, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele: "Ziel muss es sein, dass das Rentenniveau über 2025 hinaus stabilisiert und auf 50 Prozent angehoben wird."

DGB zeigt sich zufrieden – Kritik von der Opposition

Zustimmung signalisierte auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). "Mit diesem Vorhaben stabilisiert die Bundesregierung endlich das Rentenniveau und stoppt damit den Sinkflug der gesetzlichen Rente. Dafür haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften lange gestritten", so DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach ergänzte: "Dieser erste wichtige Schritt hin zu einem Kurswechsel in der Rentenpolitik stärkt die gesetzliche Rente. Das liegt im Interesse der heute Beschäftigten und der Rentnerinnen und Rentner sowie künftiger Generationen."

Linke-Chef Bernd Riexinger kritisierte hingegen, die Bundesregierung versage darin, Menschen vor Altersarmut zu schützen. Ein Rentenniveau von 48 Prozent sei zu niedrig. "Die Verkäuferin, die Erzieherin und der LKW-Fahrer werden damit keine Rente bekommen, von der sie vernünftig leben können", sagte er. Das Niveau müsse bei 53 Prozent liegen. Auch die Grünen zeigten sich unzufrieden: "Die grundsätzliche Frage nach der Gerechtigkeit zwischen den Generationen ist nach wie vor nicht gelöst", sagte Parteichefin Annalena Baerbock. Es brauche eine allgemeine Bürgerversicherung und eine Garantierente.

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 Deutsche Presseagentur