Rente / 25.10.2019

Rentenpflicht bestimmter Selbstständiger lohnt

Ein Preis- und Leistungsvergleich zeigt: Die Altersvorsorge in der Rentenversicherung rechnet sich auch für Unternehmer.

Bild zum Beitrag "Rentenpflicht bestimmter Selbstständiger lohnt". Das Bild zeigt einen Schneider, der eine Stoffbahn untersucht.

Bad Homburg (sth). Knapp 306.000 selbstständige Frauen und Männer in Deutschland waren zum Jahreswechsel 2017/2018 in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert – vor allem Handwerker, Künstler und Publizisten, selbstständige Lehrer sowie Existenzgründer. Auch wenn vor allem diejenigen, die ihren Rentenbeitrag allein zahlen müssen, teilweise über eine aus ihrer Sicht hohe Beitragsbelastung klagen: Auch sie profitieren von dem umfangreichen Leistungspaket der Rentenversicherung.

Dazu zählt neben der Altersrente bei Bedarf eine medizinische oder berufliche Rehabilitation, im Fall des Falles eine Erwerbsminderungsrente und bei eigenem Tod der Schutz der Familie. Zudem werden selbstständigen Müttern und Vätern für die Erziehung ihres Nachwuchses - wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – Erziehungszeiten für die Rente gutgeschrieben.

Freie Wahl bei der Beitragshöhe

Bei der Höhe des erforderlichen Beitrags haben Selbstständige die Qual der Wahl: Sie können sich entweder für den so genannten Regelbeitrag entscheiden, der im Jahr 2019 bei monatlich 579,39 Euro in den alten und 533,82 Euro in den neuen Bundesländern liegt. Damit sichert man sich jährlich knapp einen Entgeltpunkt für die Rente. Ein Entgeltpunkt entspricht einer Monatsrente von derzeit 33,05 Euro in den alten und 31,89 Euro in den neuen Bundesländern. Wer im Laufe seines Erwerbslebens zum Beispiel 45 Entgeltpunkte sammelt, kommt damit aktuell auf eine Brutto-Altersrente von rund 1.487 Euro (alte Länder) oder 1.435 Euro (neue Länder).

Selbstständige können ihren Rentenbeitrag aber auch nach dem tatsächlichen Einkommen bestimmen, so dass man nach einem überdurchschnittlichen Erwerbseinkommen auch im Alter entsprechend höhere Bezüge zur Verfügung hat. Existenzgründer in den ersten drei Berufsjahren müssen übrigens nur den halben Regelbeitrag zahlen – also monatlich knapp 290 Euro in den alten und rund 267 Euro in den neuen Bundesländern.

Auch die Rendite stimmt

Auch wer nicht nur auf das Leistungspaket, sondern auch auf die Verzinsung seiner Beiträge schaut, fährt mit der gesetzlichen Rente gut: Während die Garantieverzinsung für Neuverträge bei privaten Lebens- oder Rentenversicherungen seit Anfang 2017 nur noch 0,9 Prozent beträgt, erwarten Berechnungen der der Deutschen Rentenversicherung auch langfristig eine Beitragsrendite von etwa zwei bis drei Prozent.

Wer sich als angehender Existenzgründer genauer über das Leistungspaket und die Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung informieren will, kann dies kostenlos bei jeder Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung tun. Weitere Informationen sind auch über das kostenlose Servicetelefon 0800 1000 4800 oder www.deutsche-rentenversicherung.de erhältlich.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zur Broschüre der Deutschen Rentenversicherung über die Vorteile der Pflichtversicherung und von freiwilligen Beiträgen für Selbstständige

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Autor

Stefan Thissen