Rente / 14.11.2017

Rentenpläne könnten teuer werden

Zeitung: Reformpläne der Jamaika-Sondierer könnten Beitragszahler mit 16 Milliarden Euro belasten.

Berlin (sth). Wenige Tage vor dem Ende der Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen für ein mögliche Jamaika-Koalition sind erstmals Zahlen über die Kosten der diskutierten Rentenreformen bekannt geworden. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) würden sich allein die zusätzlichen Ausgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf mehr als 16 Milliarden Euro belaufen. Über neun Milliarden würde demnach eine sofortige spürbare Verbesserung aller Erwerbsminderungsrenten (EM-Renten) sowie eine Abschaffung der Abschläge auf EM-Renten kosten. Ausgaben in Höhe von weiteren sieben Milliarden Euro kämen demnach auf die Beitragszahler zu, wenn die Mütterrente – wie von der CSU und Sozialverbänden gefordert – um einen weiteren Entgeltpunkt erhöht würde.

Vergleichsweise günstig käme dem Bericht zufolge der Bund bei den angedachten Rentenmaßnahmen davon. So würde ein Freibetrag auf die Mütterrente, wie er von einigen Unionspolitikern und vor wenigen Tagen auch von den fünf Wirtschaftsweisen ins Spiel gebracht wurde, die Steuerzahler nur mit rund 200 Millionen Euro belasten. Der Freibetrag soll verhindern, dass die verbesserte Rentenbewertung der Erziehung älterer Kinder bei Bedürftigkeit einer Rentnerin mit der staatlichen Grundsicherung verrechnet wird. Mit etwa 1,5 Milliarden Euro vergleichsweise teuer würde laut FAZ aber auch für Steuerzahler ein Mindestrentenmodell, das langjährig Beschäftigten eine Rente oberhalb der Grundsicherung sichern soll. 

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Autor

Stefan Thissen