Rente / 09.09.2020

Rentenpolitik: Bayerische Wirtschaft fordert Entscheidungen

vbw: Es gilt mehr denn je, unser System der Altersvorsorge auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen. Viele Weichen wurden zuletzt falsch gestellt.

Bild zum Beitrag "Rentenpolitik: Bayerische Wirtschaft fordert Entscheidungen". Das Bild zeigt die Mitglieder einer Vertreterversammlung eines Sozialversicherungsträgers.

München (vbw/sth). Bei einem Online-Kongress unter dem Titel „Deutschland hat Zukunft: Alterssicherung – verlässlich und finanzierbar“ hat die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) jetzt richtungsweisende Entscheidungen in der Rentenpolitik gefordert. „Die sozialen Sicherungssysteme werden aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten Jahren stark belastet, das gilt insbesondere für die Rentenversicherung. Ob sich diese Entwicklung durch die Corona-Krise verstärkt, ist noch offen", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt vor Beginn der Veranstaltung. "Es gilt somit mehr denn je, unser System der Altersvorsorge auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen in dieser schwierigen Lage nicht durch Beitragserhöhungen zusätzlich zu gefährden."

Nach Ansicht der vbw wurden in der gesetzlichen Rente zuletzt viele Weichen falsch gestellt. So verschärften versicherungsfremde Leistungsausweitungen einerseits den Druck auf den Beitragssatz. Andererseits führten Maßnahmen wie die Grundrente dazu, dass der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung kontinuierlich steige. „Im Konjunkturpaket hat die Große Koalition immerhin beschlossen, dass die Sozialbeiträge bis Ende nächsten Jahres unter 40 Prozent bleiben sollen. Das war eine gute und hilfreiche Entscheidung. Für die Zukunft der deutschen Unternehmen ist es aber unerlässlich, dass diese Deckelung dauerhaft bestehen bleibt", betonte Brossardt.

Die Kongress-Teilnehmer diskutierten gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik über dringende Reformmaßnahmen, die eine generationengerechte Finanzierung der Altersvorsorge sicherstellen. Nach Ansicht der vbw muss der Fokus auf einen Vorsorgemix gerichtet werden, der die drei Säulen gesetzliche Rente, betriebliche und private Altersvorsorge berücksichtigt. „Wir müssen das Gesamtsystem der Alterssicherung im Blick behalten und dürfen nicht nur einzelne Versorgungszweige angehen“, erklärte Brossardt. Der vbw-Hauptgeschäftsführer sagte weiter: „Die nun auf den Weg gebrachte digitale Rentenübersicht ist hierbei ein erster wichtiger Schritt. Die Bürger erhalten so auf einen Blick Informationen zum Stand ihrer persönlichen Altersvorsorge und können bei Versorgungslücken rechtzeitig gegensteuern."

Mehr zum Thema:

www.vbw-bayern.de

Das vbw-Positionspapier zur Alterssicherung (pdf)