Rente / 05.08.2022

Rentenversicherung erzielt Einnahme-Plus von fünf Prozent

Zwischen Januar und Juni dieses Jahres flossen monatlich bis zu 23 Milliarden Euro auf die Konten der Rentenversicherer – Tendenz: steigend.

Viele Banknoten – Bildnachweis: stocksy.com © Juri Pozzi

Berlin/Frankfurt (sth). Die Einnahmen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) sind im ersten Halbjahr 2022 kontinuierlich gestiegen. Wie aus aktuellen Daten der DRV hervorgeht, kletterten die monatlichen Zuflüsse aus Beiträgen auf die Konten der 16 gesetzlichen Rentenversicherer zwischen Januar und Juni von knapp 21,5 Milliarden auf mehr als 23,0 Milliarden Euro. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen der DRV demnach in den ersten sechs Monaten des Jahres auf etwa 133 Milliarden Euro. Das war gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ein Beitrags-Plus von mehr als fünf Prozent. 

Auch die Finanzreserve der Rentenversicherung, die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage, wuchs von 39 Milliarden Euro Ende vergangenen Jahres bis zur Jahresmitte überraschend stark auf knapp 41,4 Milliarden Euro – ein Plus von 6,1 Prozent. Aufgrund dieser unerwartet positiven Entwicklung hat der Schätzerkreis für die Rentenversicherung errechnet, dass der Rentenbeitrag erst im Jahr 2025 von derzeit 18,6 auf 19,0 Prozent angehoben werden muss. Zudem wird das Rentenniveau den Berechnungen zufolge bis 2025 die sogenannte Haltelinie von 48,0 Prozent auch ohne zusätzliche Steuermittel des Bundes nicht unterschreiten. 

Ob die Beitragseinnahmen in den Rentenkassen auch in der zweiten Jahreshälfte so weiter wachsen wie zuletzt, ist nach Ansicht von Fachleuten allerdings höchst unsicher. So stellte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei der Bundesagentur für Arbeit in der vergangenen Woche fest, der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe und die starken Preiserhöhungen der vergangenen Monate belasteten die wirtschaftliche Entwicklung und die Erwartungen der Unternehmen. Dazu kämen Risiken „aufgrund der unklaren Gaslieferungen aus Russland“. Die für die Rentenversicherung zuständigen Finanzexpertinnen und -experten erwarten deshalb, dass die aktuelle Rentenrücklage von 1,65 Monatsausgaben bis zum Jahresende auf weniger als 1,5 Monatsausgaben zurückgeht.

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Autor

Stefan Thissen