Rente / 21.08.2019

"Rentenversicherung gerät unter Zusatzdruck"

Bundesbank: Nach 2030 sollte das gesetzliche Rentenalter an die fernere Lebenserwartung gebunden werden.

Bild zum Beitrag "Rentenversicherung gerät unter Zusatzdruck". Das Bild zeigt die Kurve eines Kursverlaufs mit Geld.

Frankfurt (sth). Vor zusätzlichem Druck für die Rentenversicherung ab dem Jahr 2030 hat die Bundesbank gewarnt. Wenn das gesetzliche Rentenalter dann nicht weiter steige, werde das Verhältnis zwischen Renten- und Beitragszeiten mit zunehmender allgemeiner Lebenserwartung ab diesem Zeitpunkt wieder wachsen, heißt es im neuen Monatsbericht der deutschen Währungshüter. Dies trage dazu bei, dass sich die "Relation zwischen Rentenbeziehenden und Beitragszahlenden immer weiter vergrößert". Um diesen Effekt abzumildern, "könnte das Rentenalter nach 2030 an die fernere Lebenserwartung gebunden werden", schlagen die Bundesbanker vor.

Zur finanziellen Lage der Rentenversicherer heißt es, im zweiten Quartal 2019 habe die gesetzliche Rentenversicherung einen Überschuss von einer halben Milliarde Euro verzeichnet. Im Vorjahresvergleich habe sich das Plus damit um 1,5 Milliarden Euro verringert. Einem Ausgabenzuwachs von 6,5 Prozent – vor allem wegen der im zweiten Quartal erstmals ausgezahlten erhöhten Mütterrenten für die Bestandsrentnerinnen – habe wegen der nach wie vor günstigen Beschäftigungs- und Lohnentwicklung ein Einnahmen-Plus von 4,5 Prozent gegenüber gestanden, so die Bundesbank.

Für die zweite Jahreshälfte zeichneten sich ähnliche Entwicklungen ab wie im ersten Halbjahr, heißt es im Bericht aus Frankfurt weiter. Für das Gesamtjahr sei folglich zwar "ein deutlich schlechteres Ergebnis als im Vorjahr" zu erwarten. "Ein moderater Überschuss scheint aber möglich". Damit schließt sich die Bundesbank der Frühjahrs-Hochrechnung des Schätzerkreises für die Rentenversicherung an, der für dieses Jahr ein Plus von knapp unter 100 Millionen Euro prognostiziert hatte.  

Mehr zum Thema:

www.bundesbank.de

Monatsbericht der Bundesbank für August 2019 (Kapitel "Öffentliche Finanzen") – im pdf-Format

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Autor

Stefan Thissen