Rente / 14.05.2018

Rentenversicherung legt Geld sicher an

Die Rücklagen der 16 gesetzlichen Rentenversicherer müssen kurzfristig verfügbar sein, sollen aber auch Gewinne abwerfen. Das ist derzeit schwierig.

Berlin/Bad Homburg (sth). Die Rücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung müssen absolut sicher angelegt werden, kurzfristig verfügbar sein – und sollen zugleich so viel Profit wie möglich einbringen. Das ergibt sich aus den Anlagevorschriften für die Deutsche Rentenversicherung. Nach Angaben des Leiters des Geschäftsbereichs Finanzen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Ulrich Reineke, sind Sicherheit und Liquidität die entscheidenden Kriterien, nach denen die Rentenversicherer ihre nicht unmittelbar für Rentenzahlungen benötigten Rücklagen anlegen müssen.

Aber auch einen möglichst hohen Zinsgewinn müssen die Anlageexperten der Deutschen Rentenversicherung im Blick haben. Dabei richteten sie sich streng "nach gesetzlichen Vorgaben", betont Reineke. So dürfen die in die Kassen der Rentenversicherung fließenden Beiträge und Steuern nur in bestimmte Anlageformen fließen. Dazu zählen nach Angaben Reinekes zum Beispiel Bankeinlagen mit Einlagensicherung, festverzinsliche Wertpapiere, Anteile an Geldmarktfonds oder Anteile an Spezialfonds mit Rentenpapieren.

Einnahmen werden generell nur in Euro angelegt

Darüber hinaus dürfen die Einnahmen der Rentenversicherer nur in "Euro" angelegt werden, sagt Reineke. Anlagen in Währungen anderer EU-Staaten seien "nur mit Sicherungsgeschäft" zulässig. Die im März dieses Jahres etwa 32,3 Milliarden Euro (1,51 Monatsausgaben) umfassende Nachhaltigkeitsrücklage werde "fast ausschließlich" in Termingelder und Tagesgelder investiert, hebt Reineke hervor. Für die Geldanlage der Rentenversicherung nicht in Frage kommen dagegen zum Beispiel Aktien, andere Firmenanteile, Fonds mit Aktienanteilen und Wandelschuldverschreibungen mit Aktienwahlrecht.

Diese restriktive Anlagepolitik hat in der inzwischen seit einem Jahrzehnt anhaltenden Niedrigzinsphase allerdings auch ihre Kehrseite. So sind die Erträge der Rentenversicherer aus der Anlage der Nachhaltigkeitsrücklage in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft: Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" sanken sie von 202 Millionen Euro im Jahr 2012 auf nur noch 41,5 Millionen Euro im Jahr 2016.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu den Anlagerichtlinien der Deutschen Rentenversicherung (im pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen