Rente / 13.07.2021

Rentenversicherung: Mehr als 100 Millionen Euro Strafzinsen

Anteil an den Gesamtausgaben liegt aber bei nur 0,03 Prozent. „Die Rentenversicherung kann sich der Zinsentwicklung nicht entziehen.“

Bild zum Beitrag "Rentenversicherung: Mehr als 100 Millionen Euro Strafzinsen". Das Bild zeigt zahlreiche Banknoten.

Berlin (ots/sth). Die Strafzins-Zahlungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) für ihre Einlagen bei Banken sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Nach einem Bericht des Berliner „Tagesspiegel“ kletterten die Ausgaben der DRV wegen des Negativzinses für hohe Guthaben auf rund 106 Millionen Euro. Das waren den Angaben zufolge 37 Millionen Euro oder 53,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2019 hatte die DRV demnach noch 69 Millionen Euro an Strafzinsen gezahlt, 2018 seien es 55 Millionen Euro gewesen.

„Auch die Rentenversicherung kann sich der Zinsentwicklung auf den Finanzmärkten nicht entziehen“, sagte ein DRV-Sprecher dem Blatt nach dessen Angaben zur Begründung. Angesichts von Gesamtausgaben in der Rentenversicherung von 332,7 Milliarden Euro hätten die Strafzinsen dennoch nur einen Anteil von 0,03 Prozent. „Die Finanzierung der Rentenversicherung erfolgt im Umlageverfahren, das heißt, dass die laufenden Ausgaben grundsätzlich aus den laufenden Beitragseinnahmen und den Bundeszuschüssen finanziert werden“, wird der DRV-Sprecher zitiert.

Mit den steigenden Belastungen steht die Rentenkasse aber nicht allein da. So musste die Bundesagentur für Arbeit (BA) im vergangenen Jahr für ihre Rücklagen gut 13,7 Millionen Euro zahlen. Im Jahr zuvor waren es gerade einmal knapp 138.000 Euro gewesen, teilte die BA auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Wegen der Negativzinsen, die ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) berechne, hätten die Geschäftsbanken, bei denen die öffentlichen Institutionen Gelder anlegen, keine Chance, Negativzinsen zu vermeiden, betont eine BA-Sprecherin.

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Autor

Stefan Thissen