Rente / 10.12.2019

Rentenversicherung stellt sich ihrer Geschichte

Historiker: Auch die Rentenversicherer waren in das NS-Unrechtssystem verstrickt. DRV-Präsidentin Roßbach: Forschung wird fortgesetzt.

Bild zum Beitrag "Rentenversicherung stellt sich ihrer Geschichte". Das Bild zeigt das Logo der Deutschen Rentenversicherung an einer Gebäudewand.

Berlin (drv/sth). Aktuelle Forschungsergebnisse zur Rolle der Rentenversicherung in der Zeit des Nationalsozialismus präsentierten die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, und der Historiker Prof. Paul Erker von der Ludwig-Maximilians-Universität bei der jüngsten  Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung. Während die NS-Vergangenheit vieler Behörden in den letzten Jahrzehnten von Historikerkommissionen untersucht wurde, sei die Rolle der Rentenversicherung und ihrer Träger lange eher unbelichtet geblieben, so Roßbach.

Mithilfe der Forschungsförderung des Forschungsnetzwerkes Alterssicherung (FNA) seien Forschungsprojekte entstanden, die die Geschichte der deutschen Rentenversicherung und ihrer Träger intensiv untersucht haben, sagte Roßbach. Eines der größten Projekte sei von Professor Erker durchgeführt worden – mit dem Ziel, herauszufinden, ob und wie sich die Rentenversicherung im nationalsozialistischen Regime angepasst habe und wie sie letztlich mit dem Regime zusammen gewirkt hat.

"Vorreiter bei der Anpassung des Rentenrechts an die NS-Verfolgung"

Laut Erker war die Rentenversicherung in das NS-Unrechtssystem verstrickt: Sie sei einerseits aktiver Vorreiter bei der Anpassung des Rentenrechts an die NSVerfolgungsmaßnahmen gewesen – wie etwa das Ruhen der Renten von sogenannten Staatsfeinden und die versicherungsrechtliche Diskriminierung von Juden. „Andererseits sind nationalsozialistische Anforderungen und ideologische Zumutungen auch immer wieder auf Barrieren bei der Rentenversicherung gestoßen, etwa in Form von verwaltungsrechtlichen Routinen, bürokratischem Rigorismus und organisatorischem Beharrungsvermögen", so Erker.

„Die Rentenversicherung ist also dabei, ihre Rolle in der NS-Zeit intensiv wissenschaftlich aufzuarbeiten und das werden wir auch fortsetzen", unterstrich Roßbach. Besonders in Zeiten wie diesen sei es "wichtig, die Fakten und ihre menschenverachtenden Auswirkungen für alle sichtbar zu machen und auszusprechen".

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 Deutsche Rentenversicherung