Rente / 11.10.2019

Rentenversicherung wehrt sich gegen Fehlinterpretation

Zahlen einer Zeitung weisen nicht auf deutlich zunehmende Altersarmut hin. Kurze Versicherungszeit bringt aber wenig Rente.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt ein Muster einer Folge-Renteninformation.

Berlin (drv/sth). Die Deutsche Rentenversicherung wehrt sich gegen eine Fehlinterpretation ihrer jährlich an mehr als 30 Millionen Arbeitnehmer und Selbstständige versandten Renteninformation. Das Papier, das eine Übersicht über bisher erworbene Rentenansprüche und einen Anhaltspunkt für die spätere Rentenhöhe bietet, sei kein Beleg für künftig drohende Altersarmut, heißt es in einer Stellungnahme der 16 gesetzlichen Rentenversicherer zu entsprechenden Berichten einer Boulevard-Zeitung. Derzeit seien "weniger als drei Prozent aller Empfänger einer gesetzlichen Rente Grundsicherungsbezieher".

Zwar werde sich dieser Anteil vermutlich in Zukunft erhöhen, so die Rentenversicherung. Laut seriösen Vorausberechnungen, etwa des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), würden aber "auch in den kommenden Jahrzehnten rund 90 Prozent aller Rentenbezieher keine ergänzende Grundsicherung benötigen". Altersarmut drohe vor allem Menschen, die im Verlauf ihres Erwerbslebens längere Zeit nicht in die Rentenversicherung eingezahlt hätten – etwa weil sie als Selbständige nicht versicherungspflichtig waren oder weil sie nicht in Deutschland gelebt haben.

Zahlen der Renteninformation durchaus plausibel

Die in der Zeitung von mehreren Versicherten präsentierten Zahlen aus ihrer Renteninformation seien "durchaus plausibel", so die Rentenversicherung. So würde die selbständige Chefin einer PR-Agentur, die nur sieben Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt hat, eine Rente von nur knapp 130 Euro erhalten - allerdings nur dann, wenn sie in den weiteren 35 bis 40 Jahren des Erwerbslebens keinerlei private Vorsorge betreibe. Auch in den übrigen Beispielen des Berichts wiesen die Renteninformationen Werte aus, "mit denen die Betroffenen ihren Lebensstandard im Alter kaum halten könnten", räumt die Rentenversicherung ein.

Nach dem Willen des Gesetzgebers solle die gesetzliche Rente aber allein den Lebensstandard im Alter auch nicht sichern, heißt es weiter. Vielmehr sollten die Versicherten Zusatzvorsorge betreiben. Die Renteninformation sei "ein wichtiger Service für die Planung der eigenen Altersvorsorge", schreibt die Rentenversicherung. Empfehlenswert sei darüber hinaus, das "Beratungs- und Informationsangebot der Deutschen Rentenversicherung zu gesetzlicher Rente und zusätzlicher Altersvorsorge zu nutzen", um frühzeitig geeignete Schritte für eine ausreichende Zusatzvorsorge zu planen.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Informationsmaterial zur Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung

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Autor

Stefan Thissen