Rente / 19.11.2019

Rentenversicherungsbericht 2019 verabschiedet

Bundesregierung sieht Rentenfinanzen gut aufgestellt. Beitragseinnahmen stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres gegenüber 2018 um 5,1 Prozent.

Bild zum Beitrag "Rentenversicherungsbericht 2019 verabschiedet". Das Bild zeigt das Logo der Deutschen Rentenversicherung.

Berlin (bmas/sth). Das Bundeskabinett hat am Montag den Rentenversicherungsbericht 2019 beschlossen. Die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen sei im Jahr 2018 in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen bis auf 60,3 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht. Das sei eine Steigerung um 1,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Mit dem Rentenversicherungsbericht informiert die Bundesregierung im Spätherbst jedes Jahr über die erwartete Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung in den kommenden Jahren. Veröffentlicht wird der aktuelle Bericht nach Angaben des Bundessozialministeriums (BMAS) Ende kommender Woche.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte zu dem Bericht: "Der Rentenversicherungsbericht belegt, dass die Rentenfinanzen gut aufgestellt sind. Der aktuell günstige Beitragssatz von 18,6 Prozent bleibt bis einschließlich zum Jahr 2024 stabil. Die im letzten Jahr beschlossene doppelte Haltelinie beim Beitragssatz und beim Sicherungsniveau funktioniert. Die obere Haltelinie beim Beitragssatz wird auch noch im Jahr 2025 mit einem Beitragssatz von 19,8 Prozent unterschritten. Die Haltelinie beim Sicherungsniveau greift ab dem Jahr 2021 und verhindert ein Absinken des Sicherungsniveaus durch höhere Rentenanpassungen."

Beitragseinnahmen stiegen bis September um 5,1 Prozent

Kernaussagen des Rentenversicherungsberichts sind:

  • In den ersten neun Monaten dieses Jahres stiegen die Beitragseinnahmen der allgemeinen Rentenversicherung (ohne die knappschaftliche Rentenversicherung, d. Red.) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 5,1 Prozent. Für Ende 2019 wird ein Finanzpolster in den Rentenkassen ("Nachhaltigkeitsrücklage") von rund 40,7 Milliarden Euro geschätzt.
  • Das Sicherungsniveau vor Steuern beträgt derzeit 48,2 Prozent. Ein Absinken des Sicherungsniveaus unter 48 Prozent wird wegen der sogenannten Haltelinie bis zum Jahr 2025 durch höhere Rentenanpassungen verhindert. Die Haltelinie beim Sicherungsniveau greift erstmals im Jahr 2021.
  • Der Beitragssatz bleibt bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent. Anschließend steigt der Beitragssatz auf 19,8 Prozent im Jahr 2025. Die Haltelinie beim Beitragssatz wird damit im gesamten Zeitraum bis 2025 eingehalten.
  • Der Beitragssatz wird laut dem neuen Rentenversicherungsbericht bis zum Jahr 2030 den Wert von 22 Prozent nicht überschreiten und das Sicherungsniveau vor Steuern 43 Prozent nicht unterschreiten. Nach dem Jahr 2025 steigt der Beitragssatz demnach weiter bis auf 21,2 Prozent im Jahr 2030 und 22,0 Prozent im Jahr 2033. "Ab dem Jahr 2026 sinkt das Sicherungsniveau vor Steuern bis 2030 auf 45,6 Prozent", schreibt die Regierung. Im Jahr 2033 liege es bei 44,6 Prozent.
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Autor

Stefan Thissen