Gesundheit / 27.02.2019

Rezeptfrei auf dem Vormarsch

Verbraucher leisten sich immer mehr Gesundheitsprodukte, etwa rezeptfreie Medikamente, auf eigene Kosten.

Apothekerin unterhält sich mit Kundin.

Bad Homburg (kjs/IQVIA). Verbraucherinnen und Verbraucher versorgen sich zunehmend selbst mit Medikamenten und Co.: Der Umsatz mit rezeptfreien Produkten aus der Apotheke stieg von Januar bis September 2018 um gut vier Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Euro – insgesamt 284 Millionen Euro mehr.

Die Menge abgegebener Packungen erhöhte sich um gut zwei Prozent auf knapp 686 Millionen. Das entspricht 15 Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit setzt sich nach Angaben des Pharma-Marktforschungsunternehmens IQVIA der schon im Vorjahr zu beobachtende Aufwärtstrend bei rezeptfreien Produkten fort.

Vor-Ort-Apotheke und Versandhandel profitieren

Zuwächse bei Umsatz und Absatz verbuchen sowohl die Vor-Ort-Apotheken als auch der Versandhandel. Jedoch zeigte sich im Bestellgeschäft die höhere Wachstumsdynamik.

Während der Umsatz der Vor-Ort-Apotheke um 210 Millionen Euro (plus knapp vier Prozent) auf gut 5,6 Milliarden Euro wuchs, legte der Apotheken-Versandhandel um fast acht Prozent (74 Millionen Euro) auf etwas mehr als eine Milliarde Euro zu. Der Versandhandelsanteil am rezeptfreien Markt stieg dadurch leicht von 15 auf 16 Prozent.

Selbstmedikation immer beliebter

Vor allem die Selbstmedikation kurbelt das Wachstum an (plus knapp fünf Prozent), während der auf Verordnungen basierende Umsatz um drei Prozent stieg. Dies ist vor allem auf das erste Quartal 2018 zurückzuführen, als durch eine ausgeprägte Grippewelle mehr Erkältungsprodukte einschließlich Fiebersäften für Kinder verordnet wurden.

Auch Produkte gegen Heuschnupfensymptome sowie antiallergische Augentropfen erreichten im zweiten Quartal hohe zweistellige Zuwachsraten.

Wachstumstreiber Vitamine

Verbraucher greifen speziell zu Vitaminen und Mineralstoffen, wo sich das schon länger zu beobachtende überdurchschnittliche Umsatz- und Absatzwachstum fortsetzt. Wachstumstreiber bleiben Vitamin-B-Produkte.

Sowohl Vitamin-Kombinationen (plus 22 Prozent) als auch reine Vitamin-B-Produkte (plus 17 Prozent) erzielten ein deutliches Umsatzplus. Auch Magnesiumpräparate (plus zehn Prozent) trugen zum Wachstum der Gesamtgruppe bei. Bei Präparaten für den Verdauungstrakt stieg der Umsatz um 14 Prozent an.

Innerhalb der letzten fünf Jahre haben sich Umsatz und Absatz von frei verkäuflichen Gesundheitsprodukten nahezu verdoppelt. Bei Mund- und Zahnbehandlungsprodukten stieg der Umsatz um sieben Prozent.

Autor

Karl-Josef Steden