Finanzen / 03.05.2021

Riester-Reform: Verbraucherschützer beklagen Versäumnisse

Die Reform der Riester-Rente lässt weiter auf sich warten. Verbraucherschützer ziehen ein ernüchterndes Fazit.

Klaus Müller, Verbraucherzentrale Bund, Vorstand.

Bildnachweis: vzbv © Gert Baumbach

Berlin (bd). Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, hat die Bundesregierung für den Stillstand bei der geplanten Reform der privaten Altersvorsorge verantwortlich gemacht. Die Vorschläge lägen längst auf dem Tisch, sagte Müller gegenüber dem „Spiegel“. Es habe lediglich an einem gemeinsamen Koalitionswillen gefehlt.

Die Koalitionspartner hatten sich 2017 auf eine zügige Entwicklung eines Standardprodukts für die private Altersvorsorge verständigt. Der versprochene Dialog habe auch stattgefunden, sagte Müller, doch: „Dann passierte nichts mehr“. Die Corona-Krise könne das nicht erklären.

Vorbild Schweden?

Der Verbraucherschützer bekräftigte seine Kritik an dem aktuellen Modell. „Von der Riester-Rente profitiert die Versicherungswirtschaft mehr als die Menschen. Das kann es nicht sein“. Stattdessen brauche man „sowohl eine Lösung für diejenigen Menschen, die bereits investiert haben, als auch eine schlauere Konstruktion für die Zukunft“. Als Vorbild nannte er den schwedischen Staatsfond „AP7“. Weil der Fonds eine gute Rendite erwirtschafte, seien mittlerweile fast alle Schweden dabei.

Die Verbraucherzentralen setzen sich für das Modell der „Extra-Rente“ ein. Das Konzept basiert auf einem staatlich verwalteten, kapitalgedeckten Vorsorgeprodukt ohne Vertriebskosten, allerdings auch ohne Kapitalerhaltsgarantie.

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Autor

Boris Dunkel