Finanzen / 22.04.2021

Riester-Rente auch 2020 im Minus

Immer weniger Menschen sind von der Riester-Rente überzeugt. Im vergangenen Jahr gab es erneut mehr Kündigungen als Neuabschlüsse.

Riester-Rente auch 2020 im Minus. – Riester-Rente in roten und weißen Lettern.

Berlin (iv). Der Bestand an staatlich geförderten Riester-Verträgen ist 2020 weiter gesunken. Das geht aus der neuen Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zuvor.

Demnach existierten zum Jahresende noch 16,37 Millionen Verträge. Das sind 161.000 weniger als 2019. Federn lassen mussten alle Vertragsvarianten, am stärksten die populärste Variante der Versicherungsverträge.

Bestand an Riester-Verträgen in 2020
Vertragsform Bestand in Mio. Vergleich zu 2019 (gerundet)
Versicherungen 10,688 -48.000
Banksparverträge 0,592 -35.000
Fondsverträge 3,297 -16.000
Wohn-Riester 1,793 -25.000

Riester-Reform verschoben

Der Gesamtbestand ist damit im dritten Jahr in Folge rückläufig. Etwa ein Fünftel der Verträge ist ruhendgestellt, wird also nicht mehr weiter bespart. Experten erwarten keine Trendumkehr, im Gegenteil. Der Beschluss des Finanzministeriums, den Garantiezins für Lebensversicherungen von 2022 an zu senken, dürfte den Niedergang sogar beschleunigen. Viele Versicherer sehen kaum noch Raum für Profite und ziehen sich aus dem Geschäft zurück.  

Verbraucherschützer kritisieren die Riester-Rente seit langem als zu teuer und zu kompliziert. Die ursprünglich für dieses Jahr erwartete Reform liegt mittlerweile auf Eis. Zu sehr klaffen die Vorstellungen zwischen Parteien, Verbraucherschützern und Versicherungswirtschaft auseinander.

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Autor

Boris Dunkel