Finanzen / 12.11.2018

Riester-Rente: Garantiezins einfordern

Stiftung Warentest: Kunden der Debeka müssen sich nach Beitragserhöhungen nicht mit dem neuem Garantiezins zufrieden geben

Berlin (mjj) Es ist nur eine kleine Meldung. Sie könnte aber Riester-Kunden der Debeka viel Geld wert sein: Die Stiftung Warentest berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (www.test.de), dass Sparer mit einer Riester-Rentenversicherung darauf bestehen sollten, dass auch für Beitragserhöhungen der zu Beginn der Sparphase abgeschlossene Garantiezins gilt - und nicht der aktuell gültige Mini-Prozentsatz von 0,9 Prozent. 

Die Redaktion verweist auf ein Urteil des Amtsgerichts Bamberg (Aktenzeichen: 0103 C 1015/17), das Rechtsanwalt Udo Ostermann erstritten habe. Nach seiner Erfahrung gebe das Unternehmen nach, wenn Sparer mit Verweis auf das Urteil die Anrechnung des ursprünglich vereinbarten Zinssatzes einfordern. 

Wie wichtig ist die Garantieverzinsung?

Drei Zutaten bringen bei der Riester-Rentenversicherung die Rendite: Zunächst ist es die staatliche Förderung. Hier unterstützt der Staat Sparer bei der Altersvorsorge mit einer Grundzulage von bis zu 185 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Kinderzulagen: Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhalten Sparer zusätzlich bis zu 300 Euro im Jahr.

Anbieter zahlen zusätzlich einen zu Vertragsbeginn zugesagten Garantiezinssatz plus eine Überschussbeteiligung. Der Garantiezinssatz wird immer wieder neu festgelegt. Seit Jahren sinkt dieser auch als Höchstrechnungszinssatz bekannte Grundpfeiler der Verzinsung: Noch Mitte der 90er Jahre bekamen Sparer vier Prozent Zinsen pro Jahr. Seit Januar sind es für Neukunden nur noch 0,9 Prozent. Altkunden der Debeka haben nun Glück: Auch für Beitragserhöhungen kann der alte Garantiezins gelten. Die Höhe der Überschussbeteiligung ist hingegen variabel und hängt vom Markterfolg des Versicherers ab. Auch er sinkt in Folge der Niedrigzinsphase seit Jahren.  

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Autor

Michael J. John