Finanzen / 19.11.2020

Riester-Rente: Jeder Dritte erhält keine Zulagen

Die Menge Zulagenempfänger ist im Vergleich zur Anzahl der bestehenden Riester-Verträge erstaunlich niedrig. Woran liegt das?

Weißes Puzzle mit Münzen obendrauf, in einer Lücke mit blauem Hintergrund steht Riester-Rente in weißen Buchstaben.

Berlin (iv). Immer weniger Riester-Sparer profitieren von den staatlichen Zulagen. Zudem gehören immer weniger Menschen mit niedrigem Einkommen zu den Geförderten. Das geht aus der jüngsten vom Bundesfinanzministerium veröffentlichten statistischen Auswertungen zur Riester-Förderung hervor.

Die letzten gesicherten Zahlen liegen nun für 2017 vor. Demnach erhielten in diesem Jahr nur knapp 11 Millionen Personen eine staatliche Förderung, obwohl rund 16,6 Millionen Riester-Verträge existierten. Damit blieb gut jeder dritte Vertrag ohne Förderung. 2012 lag der Anteil noch bei 31,7 Prozent, 2007 bei 27,2 Prozent.

Mögliche Gründe für den Rückgang der Zulagenempfänger

Ein Teil der Differenz dürfte sich mit ruhend gestellten Verträgen erklären. Das Bundesarbeitsministerium schätzt den Anteil auf etwa 20 Prozent. In anderen Fällen fehlte womöglich schlicht der Antrag. Riester-Sparer müssen die Zulagen jährlich neu beantragen oder einen Dauerzulagenantrag stellen.

Ein weiterer Trend: 2017 verdienten nur noch gut die Hälfte (51,6 Prozent) der unmittelbar förderberechtigten Zulagenempfänger weniger als 30.000 Euro. Das sind 1,8 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Viermal mehr Frauen in der unteren Einkommensgruppe

Die Zahlen berücksichtigen nur die unmittelbar förderberechtigten Personen, also keine Ehepartner ohne eigenes Einkommen. Trotzdem gehören zu dieser unteren Einkommensgruppe etwa viermal mehr Frauen als Männer.

Im Gegenzug wuchs der Anteil der Personen, die 40.000 Euro und mehr verdienen, von 29,2 auf 31,2 Prozent. Hier waren die Männer klar in der Mehrheit – und zwar umso deutlicher, je höher das Einkommen lag. Auf den Zwischenbereich von 30.000 bis 40.000 Euro entfallen wie im Vorjahr 17,2 Prozent.

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Autor

Boris Dunkel