Finanzen / 23.04.2019

Riester-Rente: Weniger Verträge

Trotz gestiegener Grundzulage: Zahl der Riester-Verträge sinkt leicht – nur Fondsverträge und Wohn-Riester nehmen noch zu

Bild zum Thema Riester-Rente, weniger Verträge: Frauenhand stapelt Münzen neben einem roten Modellhaus aus Papier

Bad Homburg (kma). Die Zahl der Riester-Verträge ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Laut aktueller Auswertung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gab es 2018 insgesamt knapp unter 16,6 Millionen Riester-Verträge, 10.000 weniger als im Vorjahr. Schon in den Vorjahren hatte die Zahl der Verträge weitgehend stagniert.

Der leichte Rückgang nun dürfte bei Politik und Versicherern nicht gut ankommen, immerhin hatte die Bundesregierung 2018 die Grundzulage für Riester-Sparer von 154 auf 175 Euro erhöht, um der Riester-Rente einen Schub zu geben. Dieser Schub blieb offensichtlich aus.

Wohn-Riester und Riester-Fondsverträge mit leichtem Zuwachs

Von den verschiedenen Riester-Produkten verzeichnen zwei einen leichten Zuwachs: Wohn-Riester (+43.000) und Riester-Fondsverträge (+60.000). Wegen der niedrigen Kreditzinsen kaufen viele Verbraucher ein Eigenheim – und nutzen dafür offenbar auch die staatliche Förderung durch Wohn-Riester . Und Fondsverträge versprechen in Zeiten niedriger Zinsen die besten Renditen. (Wie Sie vom Riester-Bank- zum Fondssparplan wechseln.)

Riester-Banksparplan ist klarer Verlierer

Größter Verlierer ist im vierten Jahr in Folge der Riester-Banksparplan (-50.000). Zum einen hatten ihn zuletzt immer weniger Banken und Sparkassen im Angebot, zum anderen gab es unter Verbrauchern Unsicherheit, ob die Geldhäuser Negativzinsen an Riester-Sparer weitergeben dürfen. Diese Sorge dürfte seit einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom April allerdings vom Tisch sein.

Auch die Zahl der Versicherungsverträge geht seit einigen Jahren immer weiter zurück (-62.000). Die Verträge gelten als unflexibel, intransparent und teuer.

Gut ein Fünftel der Verträge ruht

Das BMAS weist darauf hin, dass die Zahl der Verträge keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Anzahl der Personen zulasse, die laufend einen Riester-Vertrag "besparen" und eine staatliche Förderung erhalten. Dies liege daran, dass eine Person mehrere Riester-Verträge abschließen könne oder Verträge auch dauerhaft ungefördert bleiben können, zum Beispiel, wenn sie von einer nicht förderberechtigten Person abgeschlossen werden.

Außerdem wird der Anteil der beitragsfrei gestellten Riester-Verträge auf gut ein Fünftel geschätzt.

Weitere Informationen

Für wen sich Riester lohnt

Riester-Rechner

www.bmas.de
Riester-Zahlen auf der Seite des BMAS

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Autor

Katja Mathes